Politik

Nach Fährunglück Südkoreas Ministerpräsident tritt zurück

Der Untergang der Fähre "Sewol" ist eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte Südkoreas. Inzwischen sind alle 15 überlebenden Besatzungsmitglieder festgenommen und auch der Ministerpräsident des Landes zieht Konsequenzen.

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Chung stand wegen seines Krisenmanagements in der Kritik.

(Foto: REUTERS)

Elf Tage nach dem schweren Fährunglück in Südkorea hat Ministerpräsident Chung Hong-Won seinen Rücktritt angekündigt. Er entschuldige sich dafür, dass er n icht angemessen auf das Unglück reagieren habe, sagte Chun. Es wäre eine zu große Belastung für die Regierung, wenn er im Amt bliebe. Zahlreiche Angehörige der Opfer hatten Regierung und zuständige Behörden wegen des Krisenmanagements heftig kritisiert.

Der Unfall habe das ganze Land in tiefe Trauer gestürzt, sagte Chung weiter. "Viele Tage sind seit dem Unglück vergangen, aber die Schreie der Familien von Vermissten lassen mich nicht schlafen". Er habe schon vorher zurücktreten wollen, doch habe er es zunächst für notwendiger gehalten, die Lage in den Griff zu bekommen, so Chung. Er appellierte an seine Landsleute, auf weitere Schuldzuweisungen zu verzichten und die Bergungsarbeiten zu unterstützen.

Die Fähre "Sewol" war am 16. April mit 476 Menschen an Bord gekentert und gesunken. Die meisten Passagiere waren Schüler, die auf einem Schulausflug auf dem Weg zur Insel Jeju unterwegs waren. Bisher wurden 187 Tote geborgen, 115 Menschen werden noch vermisst.

Die Bergung der Leichen aus dem Wrack der Fähre gestaltete sich weiter schwierig: Am Samstag mussten die Arbeiten wegen stürmischer See eingestellt werden. An diesem Sonntag sollen sie nach Angaben der Küstenwache weitergehen, sobald es ruhigere Phasen gibt. Insgesamt sollen 93 Taucher an dem Einsatz teilnehmen.

Inzwischen sind alle 15 überlebenden Besatzungsmitglieder in Untersuchungshaft, die letzten vier wurden am Samstag festgenommen. Der Crew, allen voran ihrem Kapitän Lee Joon Seok, wird vorgeworfen, die Evakuierung verzögert und die Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen. Weitere Ermittlungen richten sich gegen die Reederei und ihre Geschäftspartner sowie gegen acht ehemalige und amtierende führende Vertreter des südkoreanischen Schiffsregisters, das die Sicherheitszertifikate ausstellt. Was genau die Fähre zum Kentern bracht, ist unklar.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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