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IS-Milizen töteten über 900 Angehörige des Al-Schaitat-Stammes.
IS-Milizen töteten über 900 Angehörige des Al-Schaitat-Stammes.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kämpfer des Al-Schaitat-Stammes: Syrer entdecken IS-Massengrab

Im August gehen IS-Kämpfer skrupellos gegen Anhänger des Al-Schaitat-Stammes vor. Tausende müssen ihre Heimatorte im Osten Syriens verlassen. Als sie nun zurückkehren, machen sie eine grausige Entdeckung.

Im Osten Syriens sind in einem Massengrab nach Informationen einer Beobachtergruppe die Leichen von 230 mutmaßlichen Opfern der Extremistenmiliz IS gefunden worden. Bei ihnen handele es sich wahrscheinlich um Angehörige des Al-Schaitat-Stammes, teilte die in Großbritannien beheimatete Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Insgesamt seien damit über 900 Angehörige des Stammes bei Kämpfen getötet worden.

Die Al-Schaitat hatten sich in der Provinz Dei al-Sor im Osten Syriens wiederholt den Islamisten widersetzt. Berichten zufolge hatten die IS-Milizen daraufhin im August mehr als 700 Angehörige des Stammes getötet und Tausende vertrieben. Als die Menschen nun in ihre Heimatorte zurückkehren durften, entdeckten sie das Massengrab. Auch der deutsche IS-Terrorist Denis Cuspert hatte sich an Verbrechen gegen die Schaitat beteiligt, wie aus einem veröffentlichten Video hervorging.

Währenddessen halten die Kämpfe im Irak ununterbrochen weiter an. Berichten zufolge eroberten IS-Kämpfer am Mittwoch das Zentrum von Baidschi zurück. Die Stadt liegt in der Nähe der größten Erdölraffinerie des Landes. Aus Mangel an Unterstützung und Munition hätten sich die irakischen Sicherheitskräftezurückgezogen, sagte ein Mitglied des Gemeinderates.

Deutschland hat angekündigt, den Kampf gegen die IS-Miliz im Irak mit der Ausbildung kurdischer Milizen zu unterstützen. Das Kabinett verabschiedete entsprechende Pläne. Die Miliz Islamischer Staat (IS) hat große Teile Syriens und des Irak erobert und dort ein Kalifat ausgerufen.

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Quelle: n-tv.de