Politik

"Nicht unser typisches Verhalten" Syrische Rebellen köpfen Jungen

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Aleppo ist weitestgehend zerstört.

(Foto: REUTERS)

Die syrische Rebellengruppe Nur al-Din al-Senki kämpft im Norden des Landes gegen den IS und die syrische Armee. Dabei wird sie von den USA unterstützt. Jetzt taucht ein Video auf, das belegt, wie Kämpfer der Gruppe ein Kind ermorden, weil es "pro Assad" ist.

Mitglieder einer Rebellengruppe haben in der nordsyrischen Stadt Aleppo einen Jungen geköpft, die Tat gefilmt und das Video ins Internet gestellt. Die Anhänger der als "gemäßigt" geltenden Miliz Nur al-Din al-Senki hätten ihrem Opfer vorgeworfen, für die regimetreue palästinensische Gruppe Liwa al-Kuds gekämpft zu haben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nur al-Din al-Senki hatte in der Vergangenheit auch Unterstützung der USA erhalten.

Im Internet kursierten zwei Videos, die die blutige Tat zeigen. Darin ist zu sehen, wie ein Mann dem gefesselten Jungen auf der Ladefläche eines Pick-ups den Kopf abtrennt und anschließend in Höhe hält. Andere Kämpfer der Miliz lachen dabei. Auf den Bildern ist zudem zu sehen, dass das Kind zuvor misshandelt worden sein muss. Seine Arme sind mit Wundmalen übersät.

Liwa al-Kuds erklärte, bei dem Opfer habe es sich um einen zwölf Jahre alten Palästinenser gehandelt. Er sei kein Kämpfer gewesen, sondern ein "krankes Kind" aus einer armen Familie. Die Rebellen hätten das Kind entführt und beschuldigt "pro Assad" gewesen zu sein.

Ein "individueller Fehler"

Die Führung der Rebellengruppe distanzierte sich von der Tat. "Solche Misshandlungen sind individuelle Fehler, die weder unser typisches Verhalten noch unsere generelle Politik repräsentieren", erklärte sie über Twitter. Alle Beteiligten seien festgenommen und einem Komitee übergeben worden, das den Fall untersuche. Es solle so schnell wie möglich ein Urteil gesprochen werden.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, es handele sich um einen "entsetzlichen Bericht". Die US-Regierung bemühe sich darum, weitere Informationen zu dem Vorfall zu bekommen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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