Politik

Studie der Böckler-Stiftung Tariflohn selten unter 8,50 Euro

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Die meisten Tariflöhne liegen über 8,50 Euro. Dennoch würden manche Beschäftigte, die nach Tarifverträgen bezahlt werden, von einem Mindestlohn profitieren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer nach einem der Tarifverträge in Deutschland bezahlt wird, verdient meist mehr als 8,50 Euro die Stunde. Eine neue Studie zeigt, dass es in immer weniger Branchen niedrigere Löhne gibt. Gleichzeitig steigt aber die Zahl derjenigen, die gar nicht nach Tarif bezahlt werden.

Tarifverträge in Deutschland sehen immer seltener besonders niedrige Löhne vor. Eine neue Studie zeigt, dass nur noch in elf Prozent der Vergütungsgruppen die Löhne unter 8,50 Euro lagen. Im September 2011 waren es noch 13 Prozent, anderthalb Jahre davor noch 16. Das hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instititut (WSI) im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung errechnet. Unter die Lupe genommen wurden 4700 Vergütungsgruppen aus 41 Branchen und Wirtschaftszweigen. Allerdings gibt es seit Jahren immer weniger Beschäftigte in Tarifverträgen – die Zahl der Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden, steigt seit Jahren – 2011 machten diese 66 Prozent aus. 

Die Zahl tariflich vereinbarter Niedriglöhne unter 8,50 Euro in der Stunde ist zwar rückläufig, doch in gut einem Zehntel der Fälle liegen die Einstiegslöhne noch unter dieser Marke. Für die Beschäftigten würde ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eine effektive Erhöhung des Einkommens bedeuten, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck.

Die große Mehrheit - 89 Prozent - der Vergütungsgruppen aus den von DGB-Gewerkschaften geschlossenen Tarifverträgen beginnt bereits heute über 8,50 Euro, 11 Prozent starten sogar bei 20 Euro und mehr. "Das Tarifsystem setzt so Untergrenzen oberhalb der Niedriglohnschwelle", lautet das Fazit.

Tariflich vereinbarte Niedriglöhne sind laut WSI in etwa einem Dutzend Wirtschaftszweigen mit oft kleinen Betrieben zu finden: Im Handwerk, bei Dienstleistern oder in der Landwirtschaft. Dort sind nur wenige Mitarbeiter in einer Gewerkschaft. Sechs Prozent aller Gruppen sehen - meist im Osten - Einstiegslöhne unter 7,50 Euro vor, weitere fünf Prozent liegen zwischen 7,50 und 8,50 Euro.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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