Politik

Zweite Chance für Protz-Bischof Tebartz-van Elst arbeitet im Vatikan

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In Limburg verschleuderte er Millionen für einen Bischofssitz - nun arbeitet er als Delegat im Päpstlichen Rat: Franz-Peter Tebartz-van Elst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Spekulationen darüber, ob der frühere Limburger Bischof Tebartz-van Elst nach seinem Weggang aus Limburg eine Stelle in Rom bekleiden wird, waren bislang unbestätigt geblieben. Nun ist sein Wechsel in den Vatikan definitiv.

Das Verwirrspiel um Franz-Peter Tebartz-van Elst hat ein Ende. Neun Monate nach seiner Abberufung als Limburger Bischof hat er ein Amt im Vatikan übernommen und soll sogar längst in Rom arbeiten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde der 55-Jährige bereits im Dezember zum Delegaten (im Range eines Sekretärs) im Päpstlichen Rat für der Neuevangelisierung ernannt.

Tebartz-van Elst habe die unterzeichnete Ernennungsurkunde bereits erhalten, bestätigten gut unterrichtete Kreise n-tv.de. Sie sei auf den fünften Dezember datiert. Das in lateinischer Sprache verfasste Dokument beginne mit den Worten: "Der oberste Pontifex Franziskus hat ernannt" ("Summus Pontifex Franciscus nominavit"). Zuvor hatte es geheißen, der Papst denke gar nicht daran, Tebartz-van Elst eine neue Chance zu geben.

So richtig wohl fühlt sich die katholische Kirche mit der Entscheidung aber offensichtlich nicht. Nikola Eterovic, Apostolischer Nuntius in Deutschland, habe ihm die Urkunde zugestellt, berichtet der "Kölner Stadtanzeiger". Die Ernennung des ehemaligen Limburger Bischofs soll jedoch nicht eigens bekannt gegeben werden. Vielmehr solle sie nur unauffällig in einer Art vatikanischem Personalverzeichnis aufgelistet werden.

Tebartz hatte nach einem Skandal um die Kostenexplosion seines neuen Amtssitzes in Limburg im März vergangenen Jahres sein Amt verloren. Eine bischöfliche Prüfungskommission kam in ihrem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass er kirchliche Vorschriften umgangen und Baukosten in die Höhe getrieben hatte. Ein strafrechtlich verfolgbares Verhalten sah die Staatsanwaltschaft Limburg jedoch nicht.

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung ist eine Behörde der römischen Kurie, also der Verwaltung des Vatikans. Aufgabe ist die Verkündung des Evangeliums im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungen. Geleitet wird die 2010 gegründete Behörde vom italienischen Kurien-Erzbischof Rino Fisichella.

Quelle: ntv.de, dsi/dpa