Politik

Schweinemast-Anlage geschlossen Thüringen spricht nicht mehr von MKS-Verdacht

Die Thüringer Landesregierung spricht bei den erkrankten Tieren im Landkreis Weimarer Land nicht mehr von einem Verdacht auf Maul- und Klauenseuche. "Es ist kein offizieller Verdachtsfall", so das Gesundheitsministerium.

Ähnlich äußerte sich das Agrarministerium, das zuvor einen MKS-Verdacht bestätigt hatte. Bei einigen Schweinen des Betriebes in Niederzimmern sei Lungenentzündung festgestellt worden. Auch Entzündungen an Maul und Hufen sähen "nicht so aus, wie es bei MKS zu erwarten gewesen wäre". Es sei zumindest aber eine "erhebliche Erkrankung". Einen konkreten Verdacht gebe es noch nicht.

Labortests auch von der Bundesforschungsanstalt in Tübingen sollen einen MKS-Verdacht endgültig ausschließen. Die Ergebnisse liegen frühestens am Freitagnachmittag vor. Keines der insgesamt 6.0000 Tieres des Bestandes stammt aus Frankreich oder Großbritannien. Es soll aber ermittelt werden, ob sich Beschäftigte im Ausland aufgehalten haben.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde Seuchenalarm ausgelöst. Die Anlage und die Umgebung sind gesperrt. Das Personal muss rund um die Uhr im Betrieb bleiben. Es wurden Feldbetten aufgestellt. Die Mitarbeiter werden über eine Schleuse versorgt. Für die Tiere ist in den Silos noch genügend Futter vorhanden.

Staus an Grenzübergängen

Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze führten am Vormittag zu Behinderungen. Bei der Einreise über den Grenzübergang Straßburg/Kehl mussten Autofahrer eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen. An den Grenzübergängen nach Rheinland-Pfalz müssen Fahrzeuge durch Desinfektions-Wannen fahren. Baden-Württemberg und Saarland wollen nachziehen.

Auch der Castor-Transport soll an der Grenze desinfiziert werden. Das kündigte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) im Landtag in Hannover an.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, sprach sich unterdessen für EU-weite Impfungen gegen die Seuche aus.

Quelle: ntv.de