Politik

"Russland ist nicht unser Feind" Thüringer Lokalsender zeigt RT Deutsch

Der Thüringer Lokalsender Salve.tv ist in die Kritik geraten - denn er übernimmt Sendungen des Kreml-Kanals RT Deutsch. Politiker sind empört, die zuständige Medienanstalt sieht Gesprächsbedarf.

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Der Thüringer Lokalsender Salve.tv ist für die Ausstrahlung des vom Kreml finanzierten russischen Propaganda-Kanals RT Deutsch in die Kritik geraten. Der Landtagsabgeordnete Werner Pidde sprach dem MDR zufolge von einseitig russischer Sicht. Das trage nicht dazu bei, sich ein objektives Bild zu machen. Der Sozialdemokrat ist Mitglied der Versammlung der Thüringer Medienanstalt. Außerdem habe Salve.tv eine Lizenz als Lokalsender und damit einen klaren Auftrag.

Auch von anderen Parteien kommt Kritik. Es sei wichtig, dass "nicht unkommentiert irgendwelche Sendungen" übernommen werden, wird André Blechschmidt, Landtagsabgeordneter der Linken, zitiert. Madeleine Henfling von den Grünen kritisierte die "unkommentierte Ausstrahlung von RT ohne journalistische Auseinandersetzung. Der CDU-Abgeordnete Gerold Wucherpfennig forderte eine Überprüfung durch die Landesmedienanstalt, "wenn ein Lokalsender staatliche russische Auslandspropaganda ausstrahlt und das als Beitrag zur Aufklärung preist". Dem Bericht zufolge gibt es derzeit Gespräche der Thüringer Landesmedienanstalt mit Salve.tv.

"Russische Seite verstehen"

In einem auf der Website des Lokalsenders veröffentlichten Video rechtfertigt Gesellschafter Klaus-Dieter Böhm die Entscheidung, RT Deutsch auszustrahlen. "Russland ist nicht unser Feind. Ein Wirtschaftskrieg ist immer die Vorstufe zu einem heißen Krieg. Wir müssen alles unternehmen, dass wir wirtschaftlich zusammenarbeiten. Denn wer miteinander Geschäfte macht, der schießt nicht aufeinander", sagt Böhm in dem Video. Er wolle nicht, dass Politiker mit dem Feuer spielen.

Die Ausstrahlung solle "die Möglichkeit geben, sich eine eigene Meinung zu bilden, die russische Seite zu verstehen und aus unserem Medienangebot eine neue Meinung zu bilden", so Böhm.

Quelle: n-tv.de, jga

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