Politik

Bei Protest an Gaza-Grenze Todenhöfer wirft Israel Gummibeschuss vor

98513953.jpg

Jürgen Todenhöfer saß von 1972 bis 1990 für die CDU im Bundestag.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Der Publizist Jürgen Todenhöfer beteiligt sich an palästinensischen Protesten an der Grenze zu Israel. Als er mit einem Schild herumläuft, schreit er plötzlich kurz auf. Später schreibt er auf Facebook, ein israelischer Soldat habe auf ihn geschossen.

Ein israelischer Soldat hat nach Angaben von Jürgen Todenhöfer mit einem Gummimantelgeschoss auf den deutschen Publizisten geschossen und ihn am Rücken getroffen. Ein Video auf Facebook zeigt, wie der 78-Jährige mit einem Schild an der Gaza-Grenze herumläuft - umringt von Frauen, Männern und Kindern. Auf dem Schild steht in Englisch: "Liebe Israelis, bitte behandelt die Palästinenser auf die gleiche Art wie Ihr behandelt werden wollt!"

Dann schreit Todenhöfer plötzlich kurz auf, die Kamera wird unruhig, mehrere palästinensische Demonstranten stellen sich schützend um ihn. Als palästinensische Helfer Todenhöfer untersuchen wollen, sagt er: "Es ist nichts, es ist ok." Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Aussagen Todenhöfers.

Nach seinem Protest hat sich der Publizist auf seiner Facebook-Seite zu dem Vorfall geäußert. Er habe sich Hunderte Meter vor der Grenze zu Israel umgedreht. Dann habe ihm ein israelischer Soldat in den Rücken geschossen, schreibt Todenhöfer zu dem Video. "In keinem Rechtsstaat der Welt wird man wegen eines so versöhnlichen Satzes beschossen. So kann das nicht weitergehen."

Zusammenstöße am Gaza-Streifen

Bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten waren am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens 46 Palästinenser durch Schüsse verletzt worden. Nach Armeeangaben hatten sich rund 6500 Menschen am Grenzzaun versammelt, Sprengsätze und Steine geworfen und versucht, den Grenzzaun zu beschädigen.

Seit Ende März 2018 sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten mehr als 280 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Israel wird aus dem Gazastreifen immer wieder mit Raketen beschossen und reagiert darauf meist mit Luftangriffen.

Die Palästinenser verlangen unter anderem eine Aufhebung der Blockade, die Israel und Ägypten über den Gazastreifen verhängt haben. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

Mehr zum Thema