Politik

SPD-Politiker raten Lafontaine "Tritt doch aus"

Nach der harschen Kritik Oskar Lafontaines am Reformkurs der SPD und seiner Drohung mit der Mitarbeit in einer neuen Linkspartei haben mehrere SPD-Politiker dem früheren Parteichef den Austritt nahe gelegt. Politiker dem ehemaligen Parteichef den Austritt nahe gelegt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte dem "Tagesspiegel": "Das Verhalten von Lafontaine ist hoch unsolidarisch. Dann sollte er die Konsequenzen ziehen und aus der SPD austreten." Der Chef der nordrhein-westfälischen SPD-Landesgruppe im Bundestag, Hans-Peter Kemper, brachte sogar einen Parteiausschluss ins Gespräch: "Verabschiedet sich Lafontaine nicht von allein, muss er aus der SPD ausgeschlossen werden", sagte er der Zeitung "Die Welt".

Fraktionsvize Gernot Erler sagte mit Blick auf Lafontaines Drohung mit der Mitarbeit in einer Wahlalternative: "Die Partei würde Lafontaine jedenfalls keine Träne nachweinen, wenn er in die Linkspartei einträte."

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Klaas Hübner sagte der "Welt": "Ich rate Lafontaine, sich zu überlegen, ob er in der Partei noch aufgehoben ist." Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil vom reformorientierten Netzwerk ergänzte: "Lafontaine muss wissen, ob er sich in der SPD noch wohl fühlt. Wenn er es mit seinen Äußerungen darauf anlegt, rausgeworfen zu werden, sage ich nur: Er soll selber gehen."

Zuvor hatte SPD-Parteichef Franz Müntefering empört auf Lafontaines Kritik am SPD-Kurs und die Rücktrittsforderung an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) reagiert. Lafontaines Verhalten sei "eitel und unsolidarisch", beklagte Müntefering. Lafontaine hatte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gesagt, er werde sich notfalls für eine neuen linke "Wahlalternative" engagieren, sollte Kanzler Schröder weitermachen wie bisher und nicht zurücktreten.

Quelle: ntv.de