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Auswärtiges Amt widerspricht Trump sieht Iran als wachsende Bedrohung

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Donald Trump - erst Rüstungsdeal mit den Saudis, dann Kritik am Rivalen Iran

(Foto: imago/Nir Keidar)

Zwei Glaubensrichtungen, zwei Machtzentren - und Donald Trump schlägt sich in Riad auf die Seite der arabischen Golfmonarchien, die den Iran als Erzrivalen betrachten. Das Auswärtige Amt widerspricht den Darstellungen des US-Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump hat während seines Besuchs in Israel den Versuch einer Isolierung des Irans weiter vorangetrieben. "Der Iran darf niemals eine Atomwaffe haben", sagte Trump in Jerusalem nach einem Treffen mit Staatspräsident Reuven Rivlin. Iran müsse das Anfachen und die Unterstützung des Terrorismus beenden, forderte Trump.

Viele in der muslimischen Welt seien sich der wachsenden Bedrohung durch den Iran bewusst, sagte Trump. Das habe er am Wochenende während seines Besuchs in Riad erfahren. Trump hatte dort seine Ablehnung Irans mit einer vehementen US-Unterstützung Saudi-Arabiens untermauert und dies auch in einer Ansprache begründet. Saudi-Arabien und der Iran sind Erzfeinde im Ringen um die regionale Vorherrschaft.

Als Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hatte Trump im Wahlkampf das Atomabkommen als "schlechtesten Deal aller Zeiten" kritisiert und getönt, er werde die Vereinbarung "zerreißen". Mit dem Atomabkommen von 2015 soll der Bau einer iranischen Atombombe verhindert werden. Die von Sunniten regierten arabischen Golfmonarchien lehnen die Vereinbarung ab, die eine Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen ihren schiitischen Rivalen Iran vorsieht.

Der heutige Außenminister Sigmar Gabriel hatte hingegen Ende 2015 erklärt: "Aus Saudi-Arabien werden überall in der Welt wahhabitische Moscheen finanziert. Aus diesen Gemeinden kommen in Deutschland viele islamistische Gefährder."

Die Bundesregierung setzt im Gegensatz zu US-Präsident Donald Trump weiter auf Dialog zwischen dem Iran und den arabischen Golfstaaten. Deutschland wolle eine "konstruktive Zusammenarbeit sowohl mit dem arabischen Raum als auch mit dem wichtigen regionalen Akteur Iran, und wir stehen zu dem Atomabkommen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Am Sonntag hatte Trump dem Iran bei einem Gipfel in Riad vorgeworfen, er gewähre Terroristen Unterschlupf. Teheran trage die Schuld an "so viel Instabilität in dieser Region". Den Kampf gegen den Terror bezeichnete Trump als "Schlacht zwischen Gut und Böse".

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte: "Bedauerlicherweise ist ganz viel in dieser Region eben nicht schwarz und nicht weiß, sondern grau in grau." Seibert sagte, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Sigmar Gabriel hätten dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani am Wochenende zu seiner Wiederwahl gratuliert. In dem Wahlergebnis komme die Sehnsucht vieler Iraner nach einer weiteren gesellschaftlichen Öffnung zum Ausdruck.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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