Politik

Vorwürfe sexuellen Missbrauchs Trump unterstützt Fox-Moderator

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Aushängeschild von Fox und zunehmend in der Kritik: Bill O'Reilly.

(Foto: AP)

Um Klagen wegen sexuellen Missbrauchs zu vermeiden, zahlt der Fernsehmoderator Bill O'Reilly insgesamt 13 Millionen Dollar an fünf verschiedene Frauen - für viele bereits ein Schuldeingeständnis. Donald Trump hingegen hält O'Reilly für einen "feinen Kerl".

Bill O'Reilly ist ein Aushängeschild des konservativen US-Senders Fox - und steht zunehmend in der Kritik. Grund sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen den Moderator. Unternehmen zogen Werbung ab, darunter laut US-Medien auch deutsche Firmen wie Mercedes und BMW. Unerwartet hat nun US-Präsident Donald Trump O'Reilly unterstützt.

O'Reilly soll nach einem Bericht der "New York Times" mit seinem Arbeitgeber insgesamt 13 Millionen Dollar zur Vermeidung von Klagen wegen sexuellen Missbrauchs gezahlt haben. "Ich denke nicht, dass er (die Verfahren) hätte einstellen sollen", sagte Trump zwei Reportern der "New York Times" am Mittwoch in einem Interview. "Ich denke nicht, dass Bill irgendetwas Falsches getan hat." Er kenne O'Reilly gut, sagte Trump, "der ist ein feiner Kerl."

Frauenfeinde unter sich?

"The O'Reilly Factor" ist eine der meistgesehenen Sendungen von Fox. Sie ist rechtskonservativ ausgerichtet und spielt für die Anhänger von US-Präsident Donald Trump eine wichtige Rolle. 2016 musste Fox-Chef Roger Ailes wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs zurücktreten.
Trump ist mit vielen Medien in den USA im Clinch und hat ihnen wiederholt vorgeworfen "fake news" zu verbreiten. Fox galt von Anfang des Wahlkampfs an als Unterstützer Trumps. Trump selbst war im Wahlkampf wegen frauenfeindlicher Äußerungen scharf kritisiert worden.

Den Informationen der "New York Times" zufolge geht es um fünf Frauen, die entweder für O'Reilly gearbeitet haben oder in seiner Show zu Gast waren. Mit dem Geld (umgerechnet 12,2 Millionen Euro) habe vermieden werden sollen, dass sie an die Öffentlichkeit gehen. In einem Statement war O'Reilly indirekt auf die Vorwürfe eingegangen: Wie andere Prominente sei er angreifbar, indem er Klagen von Menschen anziehe, die an sein Geld wollten und mit negativer Öffentlichkeit drohten. In seinen 20 Jahren bei Fox sei er nie verklagt worden. Das Wichtigste seien aber seine Kinder, erklärte O'Reilly: Um sie zu schützen, habe er alle Kontroversen beendet.

Diverse Unternehmen zogen Werbung ab. So sagte eine Mercedes-Sprecherin laut Medienberichten, der Autobauer habe entschieden, keine Werbung mehr in der Sendung zu schalten. Angesichts der Bedeutung von Frauen in jedem Bereich des Mercedes-Geschäfts halte es das Unternehmen nicht mehr für ein gutes Umfeld, um seine Produkte zu bewerben.

Quelle: ntv.de, jve/AFP