Politik
Präsident Erdogan greift erneut hart durch gegen politische Gegner.
Präsident Erdogan greift erneut hart durch gegen politische Gegner.(Foto: dpa)
Samstag, 29. April 2017

Justizbeamte und Soldaten: Türkei entlässt 4000 Staatsbedienstete

Seit vergangenen Sommer geht die türkische Regierung hart gegen vermeintliche Putschisten vor. Nun trifft es erneut Tausende Menschen: Vor allem Justizbeamte und Soldaten werden entlassen.

Im Zuge ihres Vorgehens gegen mutmaßliche Putsch-Unterstützer hat die türkische Regierung fast 4000 weitere Staatsbedienstete entlassen. Laut einem Dekret wurden 3974 Beamte entlassen, darunter mehr als tausend Mitarbeiter des Justizministeriums und mehr als tausend Armee-Angehörige.

Auch Wachleute von Gefängnissen, Verwaltungsbeamte und Mitarbeiter des Ministeriums für Religionsangelegenheiten waren betroffen. Sie würden verdächtigt, Verbindungen zu "terroristischen Organisationen und Strukturen" zu haben, die eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten, hieß es im Amtsblatt der Regierung. In dem Dekret war jeder einzelne Entlassene namentlich erwähnt.

Die türkische Regierung geht seit Monaten gegen mutmaßliche Anhänger der Gülen-Bewegung vor. Ankara macht die Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Militärputsch vom vergangenen Juli verantwortlich. Dieser weist die Vorwürfe zurück. Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei trotzdem Zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftiert oder aus dem Staatsdienst entlassen.

Erst am Mittwoch hatte die Polizei bei landesweiten Razzien mehr als tausend Verdächtige festgenommen, Tausende weitere wurden per Haftbefehl gesucht. Am selben Tag suspendierte die Polizei in den eigenen Reihen mehr als 9100 Beamte, weil sie Verbindungen zum Gülen-Netzwerk haben sollen.

Quelle: n-tv.de

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