Politik

Polizeieinsatz beginnt Türkei erlässt Haftbefehle gegen Journalisten

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Am Wochenende protestierten zahlreiche Menschen gegen den Militärputsch.

(Foto: REUTERS)

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei werden zahlreiche Haftbefehle gegen Journalisten erlassen. Ob es bereits Festnahmen gibt, ist unklar. Betroffen ist offenbar auch eine bekannte Reporterin.

Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei sind Medienberichten zufolge erstmals Haftbefehle gegen Journalisten erlassen worden. Wie die türkischen Fernsehsender NTV und CNN-Türk berichteten, ist unter den 42 Beschuldigten die bekannte Journalistin Nazli Ilicak, die 2013 wegen kritischer Berichterstattung über einen Korruptionsskandal von der regierungsnahen Zeitung "Sabah" entlassen worden war. Ob es bereits Festnahmen gab, ist noch unklar.

Wie die Zeitung "Hürriyet" berichtet, wurden die Haftbefehle vom Büro des Istanbuler Anti-Terror-Staatsanwalts Irfan Fidan erlassen. Seinen Angaben zufolge hat bereits ein Polizeieinsatz begonnen, um die Journalisten festzunehmen. Ilicak wurde demnach aber nicht in ihrer Wohnung in Istanbul angetroffen. Möglicherweise sei sie an der türkischen Mittelmeerküste im Urlaub. Die dortige Polizei wurde den Angaben zufolge bereits alarmiert.

Mehr als 13.000 Menschen in Gewahrsam

Nach dem Militärputsch vom 15. Juli hatte es in der Türkei eine Entlassungs- und Verhaftungswelle gegeben. Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim vom Wochenende wurden bereits mehr als 13.000 Menschen in Gewahrsam genommen, darunter 8831 Armeeangehörige, 1329 Polizisten und 2100 Richter und Staatsanwälte. Viele weitere Menschen wurden entlassen oder vom Dienst suspendiert.

Am Wochenende ordnete die Regierung zudem die Schließung Tausender Einrichtungen an, die zur Hizmet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen gehören sollen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt den in den USA lebenden Gülen und seine Anhänger, hinter dem Umsturzversuch zu stehen. Gülen weist dies zurück. Die türkische Regierung hatte Gülen auch für den Korruptionsskandal 2013 verantwortlich gemacht.

Quelle: n-tv.de, mli/jga/AFP

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