Politik

Rebellen vor Bombenangriff beschützt Türkei greift in Syrien-Krieg ein

2012-10-11T135305Z_01_OSM07_RTRMDNP_3_SYRIA-CRISIS.JPG3141396476754150100.jpg

Die syrische Stadt Asmarin wird von Rebellen gehalten und immer wieder von der syrischen Armee bombardiert.

(Foto: REUTERS)

An der türkisch-syrischen Grenze spielt sich ein weiterer feindseliger Zwischenfall ab. Ein syrischer Hubschrauber will die von Rebellen kontrollierte syrische Stadt Asmarin bombardieren und wird von einem türkischen Kampfflieger daran gehindert. Der Zwischenfall soll sich auf syrischem Territorium zugetragen haben.

Die Türkei hat offenbar erstmals aktiv in den Syrien-Konflikt eingegriffen. Nach Berichten aus Ankara soll ein türkisches Kampfflugzeug einen syrischen Hubschrauber abgedrängt haben, der die von Rebellen kontrollierte Stadt Asmarin nahe der Grenze bombardieren wollte. Das berichtete ein türkischer Offizieller, der anonym bleiben wollte. Demnach habe sich der Hubschrauber der türkischen Grenze genähert, sei aber auf syrischem Territorium gewesen.

2012-10-12T094807Z_01_OSM07_RTRMDNP_3_SYRIA-CRISIS.JPG4864404511359663268.jpg

Türkische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Syrien.

(Foto: REUTERS)

Derweil rüstet die Türkei im Grenzgebiet zu Syrien weiter militärisch auf. Wie die Tageszeitung "Hürriyet" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, verlegte die Luftwaffe 15 Kampfjets aus anderen Landesteilen ins südostanatolische Diyarbakir. Die Zahl der Panzer wurde um noch einmal 60 auf jetzt 250 erhöht.

Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein, die Türkei feuert jeweils mit Artillerie zurück. In der vergangenen Woche hatte das Parlament der Regierung in Ankara Militäreinsätze im Nachbarland erlaubt. Die Spannungen zwischen den Nachbarländern haben zugenommen, seitdem die Türkei am Mittwoch ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung zwang.

Die Regierung in Ankara hat nach Informationen der Zeitung "Takvim" jetzt einen Nato-Waffenexperten hinzugezogen, um die Fracht des abgefangenen Passagierflugzeugs zu untersuchen. Demnach soll geprüft werden, ob unter den beschlagnahmten Materialien Teile sind, die zu Raketensprengköpfen montiert werden können.

USA legen sich fest

In der vergangenen Nacht hatten erstmals die USA Stellung in dem Konflikt bezogen und sich hinter die Türkei gestellt. "Wir unterstützen die Entscheidung der türkischen Regierung, das Flugzeug zu untersuchen", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Türkische Kampfflugzeuge hatten einen Airbus A-320 der syrischen Fluggesellschaft SyrianAir am Mittwoch auf dem Weg von Moskau nach Damaskus zur Landung in Ankara gezwungen.

Dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zufolge enthielt die beschlagnahmte Fracht des Flugzeugs "Munition" und militärische Ausrüstung. Ein russischer Rüstungshersteller habe diese an das Verteidigungsministerium in Damaskus schicken wollen, sagte Erdogan. Die syrische Führung bestritt dies vehement und bezichtigte den türkischen Ministerpräsidenten der Lüge. Der Vorfall löste auch heftige Spannungen zwischen der Türkei und Russland aus. Der Kreml reagierte verärgert auf die Berichte, wonach Waffen für das Assad-Regime an Bord der in Moskau gestarteten Maschine beschlagnahmt worden seien. Präsident Wladimir Putin sagte eine für diesen Montag geplante Reise in die Türkei ab.

Der syrische Verkehrsminister Mahmud Said bezichtigte die Türkei der "Luftpiraterie". Was die Türkei getan habe, widerspreche allen Regeln und Bestimmungen der zivilen Luftfahrt. Syrische Staatsmedien warnten die Türkei davor, "mit dem Feuer zu spielen". Die Türkei wiederum verbot ihren Fluggesellschaften aus Sicherheitsgründen, den syrischen Luftraum zu überfliegen.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts/dpa

Mehr zum Thema