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Operation "Frühlingsschild" Türkei startet Militäroffensive in Syrien

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Türkische Truppen gehen in die Offensive.

(Foto: dpa)

Die Türkei macht ihre Drohung wahr und verstärkt ihre militärischen Aktionen gegen die syrischen Regierungstruppen. In der umkämpften Provinz Idlib starten türkische Einheiten die Operation "Frühlingsschild". Ankara reagiert damit auf Luftangriffe der Assad-Armee, bei denen 33 türkische Soldaten getötet wurden.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben eine Militäroffensive gegen die syrische Armee gestartet. Nach den Luftangriffen auf türkische Soldaten in der nordwestsyrischen Provinz Idlib am Donnerstag sei die Operation "Frühlingsschild" erfolgreich im Gange, teilte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar in Ankara mit.

Seinen Angaben zufolge will die Türkei aber keine Konfrontation mit Russland. Die Regierung in Moskau unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad militärisch.

Türkische Truppen hatten bereits zuvor Vergeltungsschläge geführt. Nach Angaben von Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den Provinzen Idlib und Aleppo mehr als 70 syrische Regierungssoldaten und verbündete Milizionäre getötet. Zunächst seien bei Angriffen mit Kampfflugzeugen, Drohnen und Artillerie 45 Regimesoldaten getötet worden, bei späteren Angriffen 26 weitere Kämpfer, hieß es weiter.

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Die Türkei habe unter anderem Gegenden nahe der Städte Sarakib und Marat al-Numan angegriffen. Zudem hätten türkische Truppen mit Boden-Boden-Raketen Fabriken sowie eine Forschungseinrichtung östlich von Aleppo angegriffen.

Die Türkei hatte nach Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan mehrere Angriffe in Syrien unternommen. Dabei seien Anlagen zum Bau von Chemiewaffen sowie Luftabwehrsysteme und Landebahnen zerstört worden. Weiterhin mehr als 300 Militärfahrzeuge, darunter mehr als 90 Panzer. Hintergrund der Vergeltungsangriffe ist der Tod zahlreicher türkischer Soldaten in Syrien.

Syrien sperrt Luftraum im Nordwesten

Im Zuge der türkischen Angriffe hat die syrische Regierung den Luftraum im Nordwesten des Landes gesperrt. Flugzeuge und Drohnen dürften über dem Nordwesten und insbesondere über Idlib nicht mehr fliegen, teilte die syrische Armee einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge mit. "Jedes Flugzeug, das unseren Luftraum verletzt, wird als feindlich eingestuft und abgeschossen."

Der Schritt folgte kurz nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Kampfflugzeugs der syrischen Regierung. Von der Türkei unterstütze Rebellen erklärten, den Jet abgeschossen zu haben. Die syrische Armee bestritt dies und erklärte, statt des Flugzeugs sei eine türkische Drohne abgeschossen worden.

Quelle: ntv.de, wne/AFP/dpa