Politik

Chaos in Libyen "größte Bedrohung" Tunesien baut Terror-Schutzwall

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Tunesische Soldaten bewachen den Anschlagsort am Strand von Sousse.

(Foto: dpa)

Die tunesische Regierung rüstet nach dem Attentat von Sousse auf. Ein mehr als 100 Kilometer langer Wall soll Terroristen aus dem Nachbarland Libyen fernhalten. Insbesondere IS-Kämpfer soll das Bauwerk stoppen.

Nach dem Terroranschlag von Sousse will sich Tunesien mit einem Sandwall an der libyschen Grenze vor Extremisten schützen. Der Bau der 168 Kilometer langen und zwei Meter hohen Befestigung habe begonnen, sagte Ministerpräsident Habib Essid in einer Fernsehansprache. Der Bau soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Die Maßnahme begründete die Regierung unter anderem mit der Gefahr von illegal einreisenden Extremisten aus dem Nachbarland. Die "gesetzlose Situation" in Libyen sei die größte Gefahr für das tunesische Volk.

Der islamistische Terrorist, der vor knapp zwei Wochen in dem Badeort Sousse 38 Urlauber getötet hatte, soll im Bürgerkriegsland Libyen ausgebildet worden sein. Nach Angaben der BBC erhielt der Tunesier "vermutlich" ein Training von der Miliz Ansar al-Scharia. Gleichzeitig beansprucht auch der IS die Verantwortung für das Attentat. Die Terror-Miliz versucht so seinen Einflussbereich in Nordafrika zu vergrößern. Bei dem Angriff starben überwiegend Briten. Auch zwei Deutsche waren unter den Opfern. Der Terrorist wurde schließlich von Sicherheitskräften erschossen.

Die nun geplante Mauer soll Berichten zufolge einen langen Graben und Befestigungsanlagen aus Sand umfassen. Gebaut und überwacht wird die Anlage vom tunesischen Militär, mit technischer Unterstützung durch Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate. Um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzudämmen, kündigte Essid neben der Mauer auch weitere Maßnahmen an. So werde es Patrouillen und Überwachung aus der Luft geben.

Insgesamt ist die Grenze Tunesiens mit Libyen etwa 460 Kilometer lang. Der Schutzwall ist nur eine der jüngsten Anti-Terror-Maßnahmen der Regierung. Am Samstag hatte sie bereits einen zunächst 30-tägigen Ausnahmezustand ausgerufen. Ein weiterer Plan war, rund 80 Moscheen zu schließen, die nicht unter staatlicher Kontrolle sind und im Verdacht stehen, "Gehässigkeiten" zu verbreiten.

Quelle: ntv.de, lou/dpa

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