Politik

Ben Ali soll schwer erkrankt sein Tunesien empört über EU-Hilfe

Tunesien ist mit der angekündigten finanziellen Unterstützung durch die EU nicht einverstanden. Offenbar habe Europa die historischen Ereignisse in dem nordafrikanischen Land noch nicht erkannt, heißt es. Derweil brodelt die Gerüchteküche um Ex-Diktator Ben Ali. Es gibt Berichte, nach denen er lebensgefährlich erkrankt sein soll.

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Industrieminister Chelbi (M.) ist empört über die geringe Hilfsbereitschaft der reichen Länder.

(Foto: dpa)

Der tunesische Industrieminister Mohamed Afif Chelbi hat die von der Europäischen Union angekündigte finanzielle Unterstützung als lächerlich bezeichnet. Der Betrag zeige, dass die EU das Ausmaß der historischen Ereignisse an der südlichen Küste des Mittelmeeres noch nicht verstanden habe, sagte Chelbi bei einem Besuch in Rom. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte vor wenigen Tagen auf ihrer Reise nach Tunesien Hilfen über 258 Millionen Euro ab 2013 abgekündigt. 17 Millionen Euro sollen demnach sofort ausgezahlt werden.

"Als Ashton von 17 Millionen sprach, dachte unser Außenminister 'Millionen oder Milliarden?'", sagte Chelbi. Die EU sei der Aufgabe nicht gewachsen, mit der Region vernünftig umzugehen. Angesichts der Flüchtlingsströme aus Nordafrika sagte auch der italienische Außenminister Franco Frattini, dass die EU Tunesien mehr helfen sollte.

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Ashton im Gespräch mit Premierminister Ghannouchi.

(Foto: dpa)

Am Dienstag hatte Ashton angekündigt, die EU wolle die Reformen in Nordafrika und dem Nahen Osten mit Milliardenhilfen unterstützen und absichern. Sie nannte eine Summe von zusätzlich 2,5 Milliarden Euro, die über die Europäischen Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zur Verfügung gestellt werden sollten.

Gerüchte um Ben Ali

Der vor einem Monat gestürzte Diktator Zine el Abidine Ben Ali soll angeblich lebensgefährlich erkrankt sein. Der 74-Jährige liege in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien im Koma, berichteten französische Medien unter Berufung auf ungenannte Vertraute des Ex-Präsidenten. Der französische Journalist und Tunesien-Experte Nicolas Beau hatte berichtet, Ben Ali schwebe in Lebensgefahr. Er sei aus Sicherheitsgründen unter falschem Namen im Krankenhaus registriert worden.

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Ist er krank oder entzieht er sich der Verantwortung: Ben Ali.

(Foto: dpa)

Die Regierung in Tunis wies alle Spekulationen zurück. Es gebe keine offizielle Bestätigung, sagte ein Regierungssprecher.

Der langjährige tunesische Oppositionelle Moncef Marzouki befürchtet ein groß angelegtes Täuschungsmanöver. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Ben Ali selber das Gerücht in die Welt gesetzt habe, um einer Verfolgung durch die tunesische Justiz zu entgehen, sagte er dem französischen Sender RTL. "So lange es keine offizielle Stellungnahme eines Arztes gibt, handelt es sich vermutlich um eine Manipulation", meinte er.

Ben Ali war am 14. Januar nach Saudi-Arabien geflohen, nachdem die französische Regierung ihm die Landung in Frankreich verwehrt hatte. Unklar ist, ob seine Frau Leila ebenfalls in Saudi-Arabien ist. Gerüchten zufolge hält sie sich derzeit in Dubai auf.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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