Politik

Geberkonferenz sagt 2,4 Milliarden Dollar zu UN reichen Syrien-Hilfen nicht

syrien hilfen.jpg

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon glaubt, das die Hilfsgelder nicht einmal halb so hoch wie nötig sind.

(Foto: REUTERS)

6,5 Milliarden Dollar werden nach Ansicht der UN in diesem Jahr benötigt, um die syrische Bevölkerung zu unterstützen. Eine Geberkonferenz bringt aber nur einen Bruchteil davon zusammen. Auch die Aussichten auf eine Lösung des Konflikts sind gering.

Bei einer Geberkonferenz für die Not leidenden Menschen in Syrien haben Regierungen Hilfsgelder in Höhe von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (knapp 1,8 Milliarden Euro) zugesagt. Die Vereinten Nationen sind jedoch der Ansicht, dass dieser Betrag nicht ausreichen wird, um in diesem Jahr Nothilfe für alle Flüchtlinge und Vertriebenen bereitzustellen. "Wir schätzen, dass wir in diesem Jahr 6,5 Milliarden Dollar benötigen werden", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Alleine in den kommenden sechs Monaten würden 1,4 Milliarden US-Dollar benötigt, um die Menschen in Syrien selbst zu versorgen, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Hinzu kämen die Bedürfnisse der mehr als drei Millionen Flüchtlinge.

Die größte Hilfszusage kam vom Gastgeberland der Konferenz, Kuwait. Das arabische Emirat will die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Bürgerkriegsland mit 500 Millionen US-Dollar unterstützen. US-Außenminister John Kerry kündigte Hilfsgelder in Höhe von 380 Millionen Dollar an. Deutschland will nach Angaben des Auswärtigen Amtes weitere 80 Millionen Euro beisteuern.

Erstmals trafen derweil wieder Lebensmittel in der ehemaligen Rebellenhochburg Birseh ein. Die Bewohner des Vorortes von Damaskus hatten monatelang gehungert, weil die Regierungstruppen ihr Viertel abgeriegelt hatten. Die Hilfslieferungen sind das Ergebnis einer lokalen Waffenruhe, die in dieser Woche zwischen dem Regime und den Rebellen vereinbart worden war.

Zustrom von Islamisten beunruhigt Westen

Die Aussichten auf eine umfassende politische Lösung für den seit fast drei Jahren andauernden Konflikt stehen momentan aber schlecht. Ban sagte, er hoffe, dass bei den für kommende Woche geplanten Friedensverhandlungen in der Schweiz eine Lösung gefunden werde. Bislang steht aber noch nicht einmal fest, ob die Exil-Opposition an den Verhandlungen teilnehmen wird. Die Regierung will nach Informationen aus Oppositionskreisen eine neunköpfige Delegation nach Genf schicken, der unter anderem Außenminister Walid al-Muallim und eine Pressesprecherin des Präsidenten angehören werden.

Der syrische Vize-Außenminister Feisal al-Mekdad drückte in einem BBC-Interview seine Hoffnung auf eine Wiederannäherung zwischen westlichen Regierungen und dem Regime aus. Al-Mekdad sagte, in den vergangenen Monaten hätten Mitarbeiter mehrerer westlicher Geheimdienste in Damaskus vorgesprochen. Viele Regierungen hätten erkannt, dass es keine Alternative zu Präsident Baschar al-Assad gebe.

Westliche Geheimdienste beunruhigt besonders der Zustrom von Dschihadisten aus Europa, die sich in Syrien Terrorgruppen anschließen. Alleine aus Frankreich sollen 740 Islamisten in den Syrienkrieg gezogen sein, aus Deutschland kamen 2013 etwa 240.

In der syrischen Provinz Idlib wurde unterdessen ein belgischer Terrorist von Rebellen getötet. Der Mann algerischer Herkunft war Mitglied des Isis - "Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien". Isis hatte ihn zum "Emir" der Kleinstadt Sarakib ernannt. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter geriet er in einen Hinterhalt der Islamischen Front. Zusammen mit ihm starb ein weiterer Isis-Kämpfer.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa

Mehr zum Thema