Politik

"Präzisionsschlag" in Falludscha US-Militär tötet Zivilisten

Das US-Militär hat in der Nacht zum Samstag mit Flugzeugen und Panzern mehrere Wohnviertel in der irakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha angegriffen. Dabei seien mindestens sieben Iraker getötet und 13 weitere verletzt worden, sagten Krankenhausärzte in der Stadt 70 Kilometer westlich von Bagdad. Unter den Getöteten sollen demnach zwei Frauen, drei Kinder und ein alter Mann gewesen sein.

Das US-Militär in Bagdad erklärte, man habe in den frühen Morgenstunden auch einen "Präzisionsschlag gegen einen bekannten Terroristentreffpunkt im Zentrum von Falludscha" durchgeführt. Damit sei dem Netzwerk des jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi ein "Schlag" zugefügt worden.

Vier US-Marineinfanteristen sind am Freitag bei drei separaten Einsätzen in der westlichen irakischen Provinz Anbar getötet worden. Dies teilte das Kommando der 1. US-Marineinfanteriedivision am Samstag in Falludscha mit. In Anbar liegen die Aufstandshochburgen Falludscha und Ramadi.

Augenzeugen hatten am Freitag berichtet, dass ein US-Militärjeep bei El Chalidija, einer zwischen Falludscha und Ramadi gelegenen Ortschaft, auf eine Landmine gefahren sei. Bis zu drei tote oder schwer verletzte US-Soldaten seien abtransportiert worden.

Unbekannte eröffneten am Samstagmorgen im Westen von Bagdad das Feuer auf einen Kleinbus, der Rekruten der irakischen Nationalgarde transportierte. Von den sechs Insassen seien fünf getötet und einer schwer verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Der Bus habe ein Rekrutierungsbüro der Nationalgarde verlassen, als es zu dem Zwischenfall kam.

Fast zur gleichen Zeit töteten Aufständische in der Nähe von Bakuba einen Polizeioffizier und seinen Fahrer. Die Attentäter fuhren an das Fahrzeug ihrer Opfer heran und eröffneten das Feuer, wie die Polizei in der Stadt 60 Kilometer nördlich von Bagdad mitteilte. Der Wagen des Offiziers war nicht als Polizeiauto gekennzeichnet.

Quelle: ntv.de