US-Wahl

Streit um Homo-Ehe im Fastfood-Geschäft Gottgefällige Schenkel

Der Republikaner Gingrich besuchte während der Vorwahlen ein Chick-fil-A-Restaurant.

Der Republikaner Gingrich besuchte während der Vorwahlen ein Chick-fil-A-Restaurant.

(Foto: REUTERS)

Die Fastfood-Kette Chick-fil-A wird "auf Grundlage der Bibel" geführt, sagt ihr Chef und spricht sich gegen die Homo-Ehe aus. Dafür bekommt er Applaus von einem ultra-konservativen Pastor – kann nun aber keine Muppet-Puppen mehr in seine Tüten packen.

Mit niedlichen Kühen, die dazu aufrufen, "mehr Hühnchen zu essen", wurde die Fast-Food-Kette in den USA bekannt. Nun hat sich das Unternehmen in die Diskussion über die Homo-Ehe eingemischt und damit für jede Menge Wirbel gesorgt.

In einem Interview mit dem christlichen Magazin "Baptist Press" hatte Chick-fil-A-Chef Dan Cathy gesagt, seine Restaurantkette unterstütze nur das biblische Verständnis von Ehe: zwischen einem Mann und einer Frau. "Wir sind ein Familienunternehmen, geführt von einer Familie, und wir sind noch immer mit unserer ersten Ehefrauen verheiratet", so Cathy. Chick-fil-A und seine etwas über 1600 Filialen seien zwar kein christliches Unternehmen, würden aber "auf Grundlage der Bibel geführt, und wir bitten Gott, dass er uns die Weisheit schenkt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Christliche Konzernführung

Cathy stammt aus einer Baptistenfamilie in Georgia. Die von seinem Vater in Atlanta gegründete Kette hatte in der Vergangenheit regelmäßig für konservative Organisationen gespendet, die sich gegen die Homo-Ehe einsetzen.

Die Reaktionen auf Cathys Aussage kamen schnell und heftig. Prominente wie der Komiker Ed Helms und die Sängerin Audra McDonald kündigte an, die Kette in Zukunft zu boykottieren. Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, will Chick-fil-A in seiner Stadt keine Lizenz mehr erteilen. Und die Jim Henson Company, die Macher der Muppets, kündigte an, Chick-fil-A nicht mehr mit Spielzeug beliefern zu wollen. "Lisa Henson, unsere Konzernchefin, ist eine große Unterstützerin der Homo-Ehe", schrieb die Firma auf ihrer Facebook-Seite. Man werde das mit Chick-fil-A verdiente Geld einer Interessenvertretung von Schwulen und Lesben spenden.

Baptistenprediger kündigt Protest an

Doch die Hühnerbrater aus Georgia bekamen auch Unterstützer. Der Baptistenpfarrer und ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee beklagte die "giftigen und engstirnigen Angriffe von links" gegen die Firma. Er rief umgehend den 1. August zum landesweiten "Tag der Unterstützung für Chick-fil-A" aus. Wer an diesem Tag in einer Filiale des Unternehmens essen gehe, unterstütze traditionelle Familienwerte, so Huckabee.

Die Politisierung des Einkaufserlebnisses ist in den USA nicht neu. Auch andere Konzerne haben sich in der Vergangenheit in laufende Debatten eingeschaltet - vor allem wenn es um Rechte von Homosexuellen ging. Kraft, der Hersteller der schwarz-weißen Oreo-Cookies, warb zuletzt mit einer regenbogenfarbenen Cremefüllung, den Farben der schwul-lesbischen Gemeinde. Die Reaktionen auf Facebook waren nicht nur positiv. Und als die Bekleidungsfirma J.C. Penny die lesbische TV-Moderatorin Ellen DeGeneres anheuerte, gab es ebenfalls jede Menge Gegenwind.

Inzwischen ist DeGeneres allerdings zu einer der beliebtesten Fernsehprominenten aufgestiegen. Und eine Mehrheit der US-Amerikaner hat mit der Homoehe kein Problem mehr.

Quelle: ntv.de, Von Sebastian Schöbel, Washington

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