US-Wahl

Angriffe auf Botschaften in Kairo und Bengasi Romney wirft Obama "Mitgefühl" vor

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Romney bei seinem Auftritt in Jacksonville.

(Foto: AP)

US-Präsidentschaftskandidat Romney wirft der Obama-Regierung vor, Mitgefühl mit den Angreifern auf die Botschaft in Kairo zu haben. Es sei "niemals zu früh für die Regierung der Vereinigten Staaten, Attacken gegen US-Amerikaner zu verurteilen", fügt er später hinzu. Da war ihm wohl schon aufgefallen, dass sein Zeitplan durcheinandergeraten war.

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In den USA stehen die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden auf halbmast.

(Foto: dpa)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat der Regierung von US-Präsident Barack Obama vorgeworfen, Verständnis für den Mob gezeigt zu haben, der den amerikanischen Botschafter in Libyen getötet hat.

"Eine Entschuldigung für die Werte der USA ist nie der richtige Kurs", sagte Romney in Jacksonville im Bundesstaat Florida. Konkret warf er dem Weißen Haus vor, sich nicht von einer Erklärung der US-Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo distanziert zu haben, die eine "Verletzung der religiösen Gefühle von Muslimen" durch den Amateurfilm bedauert hatte, an dem sich die Wut der Demonstranten entzündet hatte. Obama habe "widersprüchliche Signale" ausgesendet, anstatt den Übergriff auf die Botschaft in Kairo von Anfang an klar zu verurteilen.

Die Nachrichtenagentur AFP wies allerdings darauf hin, dass die von Romney kritisierte Erklärung der US-Botschaft in Kairo bereits am Dienstag um 12.22 Uhr ägyptischer Zeit abgesetzt worden sei. Die wütende Menge habe sich jedoch erst rund vier Stunden später vor dem Botschaftsgelände versammelt. Erst weitere zwei Stunden später drangen Angreifer auf das Gelände vor.

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Obama und Clinton treffen Mitarbeiter des Außenministeriums.

(Foto: AP)

Mit Blick auf den islamfeindlichen Film hatte die Botschaft in Kairo "die Bemühungen irregeleiteter Personen" verurteilt, "die religiösen Gefühle von Muslimen zu verletzen". Das Weiße Haus betonte, die Erklärung der Botschaft, die noch vor dem Tod der Diplomaten veröffentlicht wurde, sei nicht abgesprochen gewesen.

"Niemals zu früh, unsere Werte zu verteidigen"

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte Romneys Wahlkampfteam eine Stellungnahme mit heftiger Kritik an Obama veröffentlicht: "Es ist eine Schande, dass die erste Reaktion der Obama-Regierung nicht war, die Attacken auf unsere diplomatischen Vertretungen zu verurteilen, sondern Mitgefühl mit denjenigen zu haben, die diese Attacken wagten."

US-Außenministerin Hillary Clinton teilte später mit, dass die Wut über die herabsetzende Darstellung des muslimischen Propheten Mohammed in dem Film in keinem Fall die Gewalt rechtfertige. Auch Obama sagte, dass die USA sich zwar gegen die Verunglimpfung religiöser Glaubensvorstellungen wendeten. Es gebe "absolut keine Rechtfertigung für diese Art sinnloser Gewalt".

Ungeachtet der unstrittigen Faktenlage hielt Romney bei seinem Auftritt in Florida an seiner Version fest: "Es ist niemals zu früh für die Regierung der Vereinigten Staaten, Attacken gegen US-Amerikaner zu verurteilen und unsere Werte zu verteidigen", sagte er. "Der Präsident trägt die Verantwortung nicht nur für die Worte, die aus seinem Mund kommen, sondern auch die Worte seiner Botschafter, seiner Regierung, seines Außenministeriums." Romney hat Obama im Wahlkampf immer wieder zur Last gelegt, sich im Ausland für die USA zu "entschuldigen".

Obamas Wahlkampfsprecher Ben LaBolt warf Romney vor, den Tod von Diplomaten für eine "politische Attacke" zu nutzen. Bei dem Sturm auf das US-Konsulat im ostlibyschen Bengasi waren am Dienstag der Botschafter Christopher Stevens und drei Mitarbeiter getötet worden. Außerdem kamen nach Angaben eines libyschen Vertreters bei der UNO mehrere libysche Sicherheitskräfte ums Leben.

Quelle: ntv.de, hvo/AFP/dpa