US-Wahl

Santorum und Gingrich schwächen Anti-Romney-Lager Sieg dank rechter Sturheit

Seltene Einmütigkeit: So lange Santorum (li.) und Gingrich (re.) im Rennen bleiben, freut sich Romney.

Seltene Einigkeit: So lange Santorum (li.) und Gingrich (re.) im Rennen bleiben, freut sich Romney.

(Foto: REUTERS)

Wenn zwei sich streiten, freut sich Mitt Romney. Seinen Sieg bei der Vorwahl in Nevada hat der Ex-Gouverneur auch dem Ehrgeiz von Gingrich und Santorum zu verdanken: Beide teilen sich die konservativen Wähler und machen es Romney leicht. Zusammen wären sie eine Gefahr für den Mormonen.

"Ich glaube, dass eine großer Mehrheit der Republikaner im Land eine Alternative zum Moderaten aus Massachusetts wollen", sagte Gingrich am Wahlabend in Nevada. Gemeint war Mitt Romney, den Gingrich als "pro Waffenkontrolle, pro Abtreibung, pro Steuererhöhung" bezeichnet, ohne ihn beim Namen zu nennen. "Diese Debatte wird noch lange weitergehen", fügte der ihm typischen Selbstsicherheit hinzu, deswegen bleibe er im Rennen. Da stand Gingrichs Niederlage in Nevada allerdings bereits fest, und mit jeder Stunde, die im Glücksspielstaat weitere Stimmen ausgezählt werden, wird klar: Er hat recht - nur nicht so, wie er es sich vorstellt.

Knapp die Hälfte der Wahlbezirke sind ausgezählt (Stand Sonntag 13:00 Uhr MEZ), und Romney liegt mit rund 43 Prozent der Stimmen uneinholbar an der Spitze. Die andere Wahrheit des Nevada Caucus findet man auf den Plätzen zwei und vier.

Gingrich kommt voraussichtlich auf rund 26 Prozent der Stimmen. Rick Santorum, der in Nevada kaum Wahlkampf betrieben hatte, erhält rund 13 Prozent. Und beide finden die meiste Unterstützung bei streng konservativen Republikanern. Das zeigen Umfragen unter Wählern ab Tag der Stimmenabgabe, wie sie zum Beispiel die "New York Times" durchführt.

Zwei Champions der Rechten

So gewann Romney in Florida bei fast allen Wählergruppen, nur die Konservativen und Tea-Party-Anhänger stimmten mehrheitlich für Gingrich ab. Besonders bei Wählern, denen die konservative Einstellung der Kandidaten wichtig ist, gewann Gingrich mit großem Abstand die meisten Stimmen (rund 44 Prozent). Romney kämpft hingegen weiterhin mit dem Image, nicht konservativ genug zu sein.

Santorum kam bei diesen Wählern auf 30 Prozent, ebenfalls deutlich vor Romney. Noch deutlicher war es im mehrheitlich konservativen Bundesstaat South Carolina, wo Gingrich in fast allen Kategorien vorne lag und sich als klarer Favorit der republikanischen Rechten etablierte.

Es sind vor allem die moralischen Kernthemen der Konservativen, bei denen Gingrich mit Romney mithalten kann, ihn teilweise sogar übertrumpft: Abtreibung, Waffenkontrolle, die Sorgen der Tea Party und die der evangelikalen Christen.

40 Prozent der Partei gegen Romney

Rick Santorum, das zeigen die Umfragen ebenfalls, läuft Gingrich in beinahe sämtlichen Bereichen hinterher. Lediglich seine Integrität als standhafter Konservativer wird nicht bezweifelt. Da hat Gingrich durchaus Schwächen, nicht zuletzt wegen seiner zwei gescheiterten Ehen und diversen Affären.

Zusammen aber könnten sie Romney durchaus Schwierigkeiten bereiten. In Nevada gewinnen Gingrich und Santorum gemeinsam fast 40 Prozent der republikanischen Wähler. In Florida, das mit seiner heterogenen Bevölkerung als Miniaturausgabe der USA gilt, waren es am Ende knapp 45 Prozent, in Schlagdistanz zu Romneys 46 Prozent.

Santingrich oder Gingtorum? Das rechte Lager sucht weiter nach einer Alternative zum Romney, das haben die bisherigen Vorwahlen gezeigt. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts hat sich als Mann der Mitte etabliert - trotz populistischer Versuche, das zu verhindern. So lange aber Santorum und Gingrich im Rennen bleiben, schwächen sie sich gegenseitig. Das wird ihnen vor allem in Vorwahlen weh tun, wo die Delegierten proportional verteilt werden: Beide werden Stimmen sammeln, aber nie genug, um Romney zu gefährden.

Doch bisher glauben beide Männer an ihre Chance. Vor allem Gingrich gibt sich siegesgewiss. Er wolle bis zur Vorwahl in Texas mit Romney gleichgezogen haben, sagte er in Nevada. Wann die stattfinden wird, ist noch unklar: Ein Streit über den Zuschnitt von Wahlbezirken könnte den Termin nach hinten verschieben. Für Gingrich ist das irrelevant: "Wir gehen nach Tampa", sagte er kämpferisch. "Ich gebe nicht auf."

Quelle: ntv.de

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