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Anschlagsversuch in Bayern Unbekannte wollten ICE entgleisen lassen

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Rätselhafter "Vorfall" bei Allersberg: "Arabische Schriftzüge" legen den Terrorverdacht nahe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anfang Oktober entgehen Reisende an Bord eines ICE nur mit Glück einer größeren Katastrophe. Während der Fahrt durchbricht ihr Schnellzug eine heimtückisch angelegte Sperre. Die Behörden prüfen Hinweise auf einen möglichen Terrorhintergrund.

Auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München haben unbekannte Attentäter offenbar einen Anschlag auf den deutschen Bahnverkehr verübt. Die Generalstaatsanwaltschaft in Bayern habe zusammen mit der Münchner Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus die Ermittlungen übernommen, berichtete die "Bild"-Zeitung.

"Es gab am 7. Oktober einen Vorfall", bestätigte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes. Auf der Fahrt von Nürnberg in Richtung München habe der Zugführer ein verdächtiges Geräusch bemerkt und am Endbahnhof in München Schäden am ICE festgestellt, erklärte er. Ermittler fanden später an der Strecke ein Drohschreiben in arabischer Sprache.

Den bisher vorliegenden Angaben zufolge hatten der oder die Attentäter eine provisorische Sperre an einem Streckenabschnitt bei Allersberg in Mittelfranken angelegt. Die Rede ist von einem Stahlseil, das quer über die Gleise gespannt worden sein soll, sowie von auf den Schienen montierten "Holzkeilen". Das Drohscheiben war nach Angaben der Behörden sehr allgemein gehalten. Hinweise auf konkrete Ereignisse oder etwaige Anschlagsziele seien darin nicht enthalten, hieß es.

"Wir nehmen es trotzdem sehr ernst", sagte der Behördensprecher. Der oder die Täter zielten offenkundig darauf ab, Personenzüge zum Entgleisen zu bringen. Die Bahnverbindung zwischen Nürnberg und München ist Teil der erst im vergangenen Jahr eröffneten neuen Schnellfahrstrecke zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und Berlin, auf der ICE-Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs sind.

Das LKA wollte zunächst nicht von einem Anschlag sprechen, die Rede war von einem gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr. Der Tatort bei Allersberg liegt rund 25 Kilometer südlich von Nürnberg. Die Schnellfahrtrasse der Bahn verläuft hier unmittelbar neben der Autobahn 9.

Der Vorfall ging glimpflich aus: Wie es im Bericht der "Bild"-Zeitung weiter heißt, gingen die zuständigen Techniker zunächst nur von einem Kurzschluss aus. Bei der Kontrolle vor Ort stießen Beamte der Bundespolizei dann unter anderem auf die Reste des Stahlseils. In der Nähe seien an einem Brückenpfeiler zudem weitere arabische Schriftzeichen entdeckt worden, hieß es. Details dazu liegen noch nicht vor. Die Ermittlungen dauern an.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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