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Fremdenhass in Meißen Unbekannte zünden Flüchtlingsunterkunft an

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Das geplante Flüchtlingsheim in Meißen war unbewohnt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im sächsischen Freital protestieren Menschen gegen ein Flüchtlingsheim. Im sächsischen Meißen brennt in der Nacht eine Wohnung, die für Asylbewerber vorgesehen war. In Berlin sorgt ein ähnlicher Vorfall für Empörung.

Auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge im sächsischen Meißen ist ein Brandanschlag verübt wurden. Nach Angaben des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der Polizei legten Unbekannte in der Nacht mit Hilfe von Brandbeschleunigern Feuer in einer Wohnung, nachdem sie sich gewaltsam Zugang verschafft hatten.

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Proteste in Freital

(Foto: picture alliance / dpa)

Die unbekannten Täter legten nach ersten Erkenntnissen an zwei Stellen in einer für Asylbewerber vorgesehenen Wohnung im ersten Obergeschoss Feuer. Ein Zimmer brannte vollständig aus, wie eine Sprecherin des OAZ sagte. Ob das Haus nach dem Brand noch bewohnbar ist, war zunächst unklar. Zur Höhe des Schadens konnte das OAZ, das bei Straftaten mit extremistischem Hintergrund in Sachsen eingeschaltet wird, zunächst keine Angaben machen.

Nach Angaben des Stadtsprechers von Meißen handelt es sich um eine Wohnung in einem mehrgeschossigen Gründerzeithaus, das saniert wird. Der Leiter des Ordnungsamtes, Markus Renner, hofft "auf einen schnellen Ermittlungserfolg der Polizei". In Meißen habe es bislang keine größeren Probleme bei der Unterbringung von Asylbewerbern gegeben. Die Stadt setze auf eine dezentrale Unterbringung, vor allem in Wohnungen.

Hakenkreuzschmierereien in Berlin

In den vergangenen Monaten hatte es bundesweit wiederholt Anschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Die mutmaßliche Brandstiftung in Meißen bringt Sachsen einmal mehr in die Schlagzeilen. In den vergangenen Tagen sorgten die Proteste gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Freital bei Dresden für Wirbel. In der zurückliegenden Woche kam es dort täglich zu Demonstrationen Das Flüchtlingsheim wird seit Tagen von der Polizei rund um die Uhr überwacht. Als Reaktion darauf beteiligten sich rund 550 Menschen an einer Solidaritätskundgebung. Die Versammlung, die von zahlreichen Initiativen sowie von Linken, Grünen und SPD unterstützt wurde, war nach Polizeiangaben die bislang größte ihrer Art in Freital.

In Berlin schmierten Unbekannte am Wochenende zudem mehrere Hakenkreuze an die Fassade einer Flüchtlingsunterkunft. Nach Polizeiangaben alarmierten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Polizei. Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.

Quelle: n-tv.de, kbe/AFP

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