Politik

Barren im Wert von 11 Milliarden Dollar Venezolaner bejubeln Goldschatz

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Der Gold-Konvoi vor dem Miraflores-Palast in Caracas

(Foto: REUTERS)

Experten kritisieren den Schritt, aber das Volk jubelt. Staatschef Chavez will die kompletten Goldreserven Venezuelas zurück ins Land holen. Grund seien wirtschaftliche Verwerfungen im Ausland, etwa in London, wo der Großteil der Barren lagert. Öffentlich fährt ein Konvoi mit dem Edelmetall durch die Hauptstadt Caracas.

Unter frenetischem Jubel der Bevölkerung hat Venezuela mit der Rückholung seines Goldschatzes aus dem Ausland begonnen. Begeisterte Menschen standen in Caracas Spalier, als die von schwer bewaffneten Soldaten bewachte erste Ladung der Goldbarren in gepanzerten Fahrzeugen vom Flughafen Maiquetia zur Zentralbank gefahren wurde. Zum Klang von Trommeln und Sirenen schwenkte die Menge riesige venezolanische Flaggen und ließ den linken Staatschef Hugo Chavez mit Rufen wie "Vorwärts Commandante" oder "Chavez holt unser Gold zurück" hochleben.   

Schutz vor Krisen im Ausland

Chavez hatte im August angekündigt, aus Gründen der nationalen Souveränität den größten Teil der im Ausland liegenden mehr als 160 Tonnen Gold im Wert von über elf Milliarden Dollar heimzuholen. Damit wolle er die Goldreserven Venezuelas vor wirtschaftlichen Verwerfungen in Europa und den USA schützen, erklärte er. Der Löwenanteil des venezolanischen Goldschatzes liegt in London. Experten haben die Aktion als riskant, teuer und langsam kritisiert.       

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Das Edemetall wird in Plastikboxen transportiert.

(Foto: REUTERS)

Zentralbankchef Nelson Merentes verriet der Menge nicht, wie viel Gold angekommen ist. Auch über künftige Transporte äußerte er sich unter Hinweis auf die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht. "Das Volk wird informiert, sobald die letzte Ladung eingetroffen ist", versicherte Merentes.   

Der Geldpolitiker setzte sich an die Spitze des Konvois, der die Barren zur Zentralbank brachte. "Unser Gold liegt in unseren Tresoren", rief Merentes der jubelnden Menge zu. "Die Zentralbank von Venezuela ist mit dem Volk", stand auf der roten Baseballkappe, die er sich auf den Kopf gesetzt hatte.  

Glanz für den Wahlkampf         

Die Rückkehr des Goldes soll Chavez im kommenden Jahr den nötigen Glanz im Wahlkampf verschaffen und seine Bestätigung im Amt sichern. Die Nationalgarde werde ein wachsames Auge auf den Goldschatz haben, verkündete der Staatschef und goss den Hohn gleich kübelweise über seine Kritiker aus. "Die sagen, Chavez hortet das Gold im Miraflores (dem Präsidentenpalast) oder verschenkt es an Kuba. Das Gold kehrt dahin zurück, wo es hingehört: in die Tresore der Zentralbank."  

Chavez stieß damit auf Zustimmung: "Es gibt keinen Grund, es in England zu lassen", sagte der 62-jährige Hochschullehrer Jose Escalona. Nach Angaben eines ranghohen Regierungsvertreters soll die rund neun Millionen Dollar teure Rückholaktion bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Chavez-Kritiker werfen ein, der Staatschef wolle damit auch verhindern, dass der Goldschatz des lateinamerikanischen Öl-Exportlandes durch Sanktionen eingefroren werde.   

Quelle: ntv.de, rts