Politik

Razzia gegen Atta-Helfer Verdächtige wieder frei

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat drei mutmaßliche islamistische Terroristen wieder freigelassen. Die nordrhein-westfälische Gruppe hat nach Erkenntnissen der Ermittler vor rund einem Jahr "Anschläge in Deutschland erwogen", unter anderem auf eine US-Einrichtung im Großraum Frankfurt am Main. Einer von ihnen soll Helfer von Mohammed Atta gewesein sein, einem der Terroristen vom 11. September.

Die Verdächtigen wurden zunächst polizeilich überprüft und verhört. Wie Sprecherin der Bundesanwaltschaft Frauke-Katrin Scheuten sagte, wurden die Beschuldigten wieder entlassen. Der Tatverdacht bestehe zwar fort, nach gegenwärtigem Ermittlungsstand lägen aber keine Voraussetzungen für einen Haftbefehl vor.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Donnerstag mehrere Räume in Münster und Minden in Nordrhein-Westfalen durchsuchen lassen, u.a. vom Islamischen Zentrums Münster und der Islamischen Gemeinschaft Minden. Hintergrund war Ermittlungen gegen drei mutmaßliche Islamisten, die in beiden Vereienen Führungsfunktionen ausüben.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist einer der drei Verdächtigen Deutscher. Der Bundesanwaltschaft zufolge sind aber derzeit Anhaltspunkte für eine Verbindung der Gruppe zu den Anschlägen vom 11. September "nicht erkennbar".

Ermittlungen gegen mumaßlichen Drahtzieher

Außerdem bestätigte die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen den Jordanier Abu Mossab Al Zarqawi, einen mutmaßlichen Hintermann von Attentatsplänen in Deutschland. Der 36-Jährige Al Zarqawi stehe schon seit dem vergangenen Jahr im Verdacht, als "operativer Anführer" der Terrorgruppe El Tawhid im Jahr 2002 Anschläge in Deutschland geplant zu haben, sagte Scheuten. Zu Einzelheiten wollte sie mit Rücksicht auf das laufende Ermittlungsverfahren keine Stellung nehmen.

Die Maßnahmen wurden vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes angeordnet. Beteiligt waren Beamte des Bundeskriminalamts und Polizeikräfte aus Bielefeld und Münster.

Am 11. September 2001 hatten Moslemextremisten mit vier entführten Passagierflugzeugen Anschläge in den USA verübt. Dabei waren rund 3.000 Menschen getötet worden. Drei der Attentäter, Mohammed Atta, Marwan Al Shehhi und Ziad Jarrah, kamen aus Hamburg.

Quelle: ntv.de