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"Massiv belastendes Ereignis" Verfahren gegen Pfarrer König eingestellt

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Jugendpfarrer König: Verfahren eingestellt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Tausende demonstrieren im Februar 2011 gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten in Dresden. Unter den Protestlern ist auch der Jenaer Jugendpfarrer König. Später werfen ihm die Ermittler vor, zur Gewalt aufgerufen zu haben. Ein jahrelanger Prozess beginnt.

Mehr als drei Jahre nach einer Demonstration in Dresden gegen einen Aufmarsch von Rechten ist das Verfahren gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König eingestellt worden. Das teilten seine Anwälte mit. Die Ermittlungsbehörde der sächsischen Landeshauptstadt hatte König vorgeworfen, während der Protestaktion am 19. Februar 2011 unter anderem zur Gewalt gegen Polizisten aufgerufen zu haben. Der Angeklagte hatte dies stets bestritten.

Seinen Anwälten zufolge wird der Theologe ein Bußgeld zahlen, dass je zur Hälfte der Justiz sowie der Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirk in Dresden Mitte zufließt. Die Verfahrenskosten trage das Land.

König wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, "aufgrund christlicher Überzeugung nach der langen Phase des Haders und des Streits, unter der nach seiner Wahrnehmung nicht nur er gelitten hat, einen Beitrag zum Rechtsfrieden leisten" zu wollen. Er lasse sich bei seiner Entscheidung "von seinem umfassenden seelsorgerischen Auftrag leiten". Damit sei "ein versöhnlicher Abschluss eines für alle Beteiligten massiv belastenden Ereignisses (Verfahrens) besser zu vereinbaren als 'Rechthaberei', die in diesem Falle die Suche nach irdischem Recht-Behalten wäre, obschon die Geschichte über die Ereignisse am 19. 2. 2011 - Gott sei Dank - längst hinweggegangen ist".

Keine Verfolgung gerechtfertigt

Wie es weiter hieß, sieht die Staatsanwaltschaft nach einem "erst kürzlich" vom Gericht eingeholten Gutachten des Landeskriminalamtes Brandenburg heute keine Schuld des Pfarrers mehr, "die eine weitere strafrechtliche Verfolgung rechtfertigen würde". Die Verteidiger hatten bereits vor mehr als einem Jahr die Einstellung des Verfahrens gefordert.

Im Juli 2013 hatte Königs Anwalt erklärt, das von der Polizei beigebrachte Videomaterial, auf das sich die Staatsanwaltschaft stützt, sei manipulativ geschnitten worden. Den Polizisten, die es erstellt hatten, warf er vor, eine "Fälscherwerkstatt" betrieben zu haben.

König hatte stets angegeben deeskalierend auf die Demonstranten eingewirkt zu haben. Bei Ausschreitungen während der Demonstrationen war es zu teilweise heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei sowie Rechts- und Linksextremen gekommen.

Thüringens Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow sprach von einer wunderbaren Meldung. Auf Twitter schrieb er weiter: "Hatz gegen Jugendpfarrer Lothar König beendet." Königs Tochter Katharina sitzt für die Linke im Erfurter Landtag.

Quelle: n-tv.de, jwu

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