Politik

Deutsche besonders skeptisch Vertrauen in EU sinkt rapide

Mitglieder des Europaparlaments in Straßburg während einer Sitzung.

Mitglieder des Europaparlaments in Straßburg während einer Sitzung. Auch dort herrscht eine gewisse Müdigkeit.

(Foto: REUTERS)

Immer mehr Menschen in Deutschland gehen auf Distanz zur Europäischen Union. 54 Prozent der Befragten einer repräsentativen Studie bringen dem Staatenverbund wenig bis kein Vertrauen entgegen, teilte die EU-Kommission mit.

Noch im Herbst vergangenen Jahres zeigten sich nur 43 Prozent der Befragten misstrauisch. Zu den Gründen des Anstieges gab es keine Angaben. Auch europaweit wächst die Ablehnung gegenüber Brüssel. 47 Prozent der Befragten in ganz Europa sind auf der Kritikerseite, sieben Zähler mehr als zuvor.

Die Kommission ließ im Mai Menschen in ganz Europa befragen - damals erreichten die Schuldenkrise um Griechenland und die Turbulenzen um den Euro ihren Höhepunkt. Nur Menschen in Großbritannien und Griechenland stehen dem Staatenbund skeptischer gegenüber als die Befragten in Deutschland.

Gemeinsame Wirtschaftspolitik

Ungeachtet der allgemeinen Ablehnung steigt aber der Wunsch der Menschen nach stärkeren Absprachen in der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Mit einer solchen Koordination können beispielsweise Staatspleiten verhindert werden.

85 Prozent der Befragten in Deutschland sprachen sich für eine verbesserte Wirtschaftskoordination aus, das entspricht einem Zuwachs von sieben Zählern. Auf EU-Ebene setzen sich drei von vier Bürgern dafür ein (75 Prozent/+2). Auch der Schuldenabbau im eigenen Land wird von einer klaren Mehrheit der Befragten in Deutschland (83 Prozent) getragen.

Für die Untersuchung wurden im Mai knapp 27.000 Europäer befragt, darunter gut 1500 in Deutschland. Das "Eurobarometer" wird zweimal jährlich - im Frühjahr und Herbst - erstellt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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