Politik

Hamas sprengt Panzer Vier Soldaten sterben

Militante Palästinenser haben im Norden des Gazastreifens einen israelischen Panzer mit einer Mine gesprengt und dabei nach eigenen Angaben mindestens vier israelische Soldaten getötet. Der Panzer sei nach der schweren Explosion in Flammen aufgegangen, teilte der bewaffnete Flügel von Hamas, Isedin el Kassam, in Gaza mit. In Israel wurde der schwere Anschlag zunächst nicht bestätigt.

Häuser in Rafah gesprengt

Stunden zuvor hatte die israelische Armee nach Angaben von Augenzeugen in Rafah im Gazastreifen 13 Häuser von Palästinensern zerstört. Soldaten seien in Panzern in die palästinensisch verwaltete Ortschaft an der Grenze zu Ägypten eingedrungen und hätten mit Maschinenpistolen das Feuer eröffnet. Drei Palästinenser wurden verletzt. Wie der israelische Rundfunk berichtete, wurden die Häuser zerstört, da unter ihnen angeblich Tunnel gebaut wurden, in denen Waffen von Ägypten aus in die palästinensischen Gebiete geschmuggelt wurden.

Hamas-Sprecher Abdel Asis Rantisi kündigte inzwischen an, dass seine Organisation die Raketenangriffe auf israelisches Gebiet einstellen werde. Er folgte damit offenbar einem Aufruf von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, der solche Attacken vor kurzem als schädlich für die Interessen der Palästinenser bezeichnet hatte. Rantisi spielte eine Erklärung Arafats herunter, der einer baldigen Ernennung eines Ministerpräsidenten zugestimmt hatte. Dieser Schritt sei "unbedeutend", meinte Rantisi, weil er nur vom Kampf gegen Israel ablenke.

Arafat gibt nach

Palästinenserpräsident Jassir Arafat hatte sich am Vortag unter massivem internationalen Druck zur Ernennung eines Ministerpräsidenten mit weitreichenden Regierungsvollmachten bereit erklärt. Nach einem Treffen mit Vertretern des so genannten Nahost-Quartetts sagte Arafat vor Journalisten in Ramallah, er werde das palästinensische Parlament und den Zentralrat seiner Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) einberufen, um sich deren Zustimmung einzuholen.

Der neue Ministerpräsident solle ihn bei der Führung der täglichen Amtsgeschäfte unterstützen, sagte Arafat. Der Nahostgesandte der Vereinten Nationen, Terje Roed-Larsen, sagte, die Einführung des Amtes sei vermutlich bereits in den kommenden Tagen zu erwarten. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Parlamentspräsident Ahmed Kureia, Arafats Stellvertreter Mahmud Abbas sowie Finanzminister Salam Fajad.

Quelle: ntv.de