Politik

Überfall von Cottbus Vier rechte Skinheads bleiben hinter Gittern

Nach dem neuen fremdenfeindlichen Übergriff in Cottbus ist Haftbefehl gegen zwei junge Männer wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Zudem erging gegen einen 17-jährigen ein Unterbringungsbefehl. Ein 19-jähriger wurde sofort in Strafhaft genommen, weil er bereits wegen eines anderen Deliktes rechtskräftig verurteilt war.

In allen Fällen bestehe der Verdacht auf gemeinschaftliche schwere Körperverletzung und Fluchtgefahr, teilte das Amtsgericht Cottbus mit.

Die Beschuldigten waren kurz nach der Tat festgenommen worden. Die vier Rechtsextremisten im Alter von 17 bis 24 Jahren sollen nach Zeugenaussagen ihre Opfer an einer Straßenbahnhaltestelle geschlagen und getreten haben. Zuvor hatten sie demnach neonazistische und ausländerfeindliche Parolen gebrüllt.

Alle vier waren der Polizei bereits wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung und des Zeigens von Kennzeichen verfassungswidriger Gruppen bekannt. Die Angegriffenen mussten ambulant behandelt werden. Verletzt wurde auch ein unbeteiligter Passant.

Unterdessen gab es auch vier Tage nach der Todesdrohung gegen ein Cottbusser Ehepaar mit jüdischen Vorfahren noch keine Hinweise auf mögliche Täter.

Brandenburgs Innenminister Manfred Stolpe (SPD) und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, kritisierten einen Polizisten scharf, der dem Ehepaar nach der Tat "Schutzhaft" angeboten hatte. Mit diesem Instrument hatten die Nationalsozialisten missliebige Personen inhaftiert. Der Polizist entschuldigte sich inzwischen bei den Eheleuten.

Der Cottbusser Generalsuperintendent Rolf Wischnath rief die Bevölkerung zur Teilnahme an einer für Sonntag geplanten Demonstration gegen Fremdenhass und Antisemitismus zum Standort der ehemaligen Synagoge auf.

Quelle: n-tv.de