Politik

Sex-Affären in der Politik Von Bunga-Bunga bis Lewinsky

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Steht unter anderem wegen Amtsmissbrauch vor Gericht: Silvio Berlusconi.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn sich die schweren Vorwürfe gegen Strauss-Kahn bewahrheiten, droht ihm ein jähes Ende seiner Karriere. Dabei wäre er nicht der erste Politiker, der einen Sex-Skandal ohne Schaden übersteht. Sicher ist das allerdings nicht, wie ein Überblick über die spektakulärsten Fälle der vergangenen Jahre zeigt.

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Sexuelle Belästigung vor dem Flug nach Berlin? Dominique Strauss-Kahn (Archivbild).

(Foto: dapd)

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist bei weitem nicht der erste Politiker, der sich Vorwürfen sexueller Verfehlungen ausgesetzt sieht. In der Vergangenheit stürzten immer wieder Politiker über Sex-Affären oder mussten sich vor Gericht gegen Vorwürfe verteidigen.

"I did not have ..."

Der damalige US-Präsident wurde von der Staatsangestellten Paula Jones beschuldigt, er habe sie 1991, als er Gouverneur von Arkansas war, in einem Hotelzimmer sexuell belästigt. Sie verlangte 2 Mio. Dollar Schadenersatz und eine ausdrückliche Entschuldigung des US-Präsidenten, was dieser entschieden ablehnte. Die Klage wurde im April 1998 abgewiesen.

Im August 1998 gestand Clinton, eine "unangemessene Beziehung" mit der Praktikantin Monica Lewinsky gehabt zu haben. Zuvor hatte er in einer im TV-übertragenen Ansprache er klärt: "I did not have sexual relations with that woman" ("Ich habe mit dieser Frau keine sexuellen Beziehungen gehabt"). Öffentlich wurde ihm Falschaussage im Fall Paula Jones und Behinderung der Justiz in der Lewinsky-Affäre vorgeworfen. Im Februar 1999 wurde Clinton in einem Amtsenthebungsverfahren freigesprochen.

Bunga-Bunga

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi stand und steht im Mittelpunkt zahlreicher Sexaffären. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 74-Jährigen Begünstigung der Prostitution von Minderjährigen sowie Amtsmissbrauch vor. Berlusconi soll im vergangenen Jahr die damals minderjährige Marokkanerin Karima el Mahroug alias Ruby Rubacuori bei Partys unter dem Motto " " in seiner Villa in Arcore für Sex bezahlt haben. Im vergangenen Mai setzte er laut Staatsanwaltschaft durch, dass die wegen Diebstahls festgenommene Nachtklub-Tänzerin freigelassen wurde.

Katzavs tiefer Fall

Der damalige israelische Präsident Mosche Katzav musste im Juni 2007 wegen eines Sexskandals zurücktreten. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er wegen zweifacher Vergewaltigung einer ehemaligen Mitarbeiterin und sexueller Belästigung zweier weiterer Angestellter während seiner Amtszeit als Tourismusminister und während seiner Präsidentschaft zu sieben Jahren Haft sowie zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Katzav weist alle Vorwürfe zurück und ging in Berufung. Ende März 2011 wurde das Urteil bestätigt. .

Freispruch für Zuma

Der heutige südafrikanische Präsident wurde im Mai 2006 von dem Vorwurf freigesprochen, 2006 eine HIV-positive Frau vergewaltigt zu haben.

"Sodomie" im Amt

Simbabwes Ex-Präsident Canaan Banana wurde im Mai 2000 wegen "Sodomie und anderer Sexualvergehen" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er soll die Straftaten während seiner Präsidentschaft von 1980 bis 1987 begangen haben. Der Begriff Sodomie erscheint dabei - gemessen an europäischen Maßstäben - irreführend. Banana wurden homosexuelle Übergriffe vorgeworfen. Sein Amtsnachfolger hatte Homosexualität als Tatbestand unter Strafe gestellt. Im Fall einer Verurteilung drohen in Simbabwe bis zu zehn Jahre Haft. Im Januar dieses Jahres wurde Banana vorzeitig entlassen.

Homosexuell in Malaysia?

Mit ähnlichen Vorwürfen muss sich auch der früheren malaysischen Vize-Regierungschef und späteren Oppositionsführer auseinandersetzen. Ibrahim drohen in einem laufenden Verfahren wegen homosexueller Beziehungen mit einem Ex-Mitarbeiter allerdings bis zu 20 Jahre Gefängnis. Homosexualität ist im muslimischen Malaysia illegal. Anwar war bereits Ende der 90er Jahre wegen Homosexualität und Betrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. In Deutschland war Homosexualität bis zu Beginn der 1970er Jahre strafbar.

Quelle: ntv.de, AFP

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