Politik

Bundeswehr-Einsatz Vorbereitung auch ohne Anfrage

Auch ohne konkrete Anfrage der USA stellt sich die Bundesregierung auf einen Bundeswehreinsatz im Kampf gegen den Terrorismus ein. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye zufolge liegen noch "keine operativ konkretisierten Anforderungen der USA " vor. Das deutsche Angebot für einen militärischen Beistand werde aber vermutlich angenommen. Zur Ankündigung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Deutschland werde "schon in Kürze" umfangreichere Hilfe leisten müssen als bisher, erläuterte Heye, damit sei ein Zeitraum zwischen "Wochen und Monaten" gemeint.

ABC-Abwehrkräfte

Die "Bild "-Zeitung hatte berichtet, Washington hätte bereits "Fuchs"-Panzer und Experten zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Angriffe sowie Sanitätssoldaten angefordert. Schröder habe die Partei- und Fraktionschefs streng vertraulich darüber unterrichtet. Die Einheiten sollen dem Blatt zufolge "in Mittelasien" eingesetzt werden. Dieser Bericht wurde jedoch seitens der Bundesregierung dementiert.

Grünen-Verteidigungsexpertin Angelika Beer sagte allerdings im ZDF auf die Frage nach einer Anforderung der USA: "Es gibt eine Anfrage, die noch sehr unkonkret ist." Darüber werde beraten, wenn die Anfragen "differenzierter " vorgetragen worden seien. Die Bereitstellung von Spürpanzern sei eine realistische Anforderung.

Der ehemalige NATO-Kommandeur im Kosovo, Ex-General Klaus Reinhardt, sagte im Westdeutschen Rundfunk, "Fuchs"-Spürpanzer machten Sinn, weil sie die beste ABC-Spürausrüstung auf der Welt hätten. "Die Fragte ist, wo können sie die Amerikaner einsetzen. Ich kann mir allenfalls vorstellen: in Amerika selber angesichts der Bedrohungssituation."

Deutsche Soldaten unterstützen den Militäreinsatz der USA in Afghanistan bislang indirekt, indem sie in einem AWACS-NATO-Verband über Nordamerika Dienst tun und damit US-Kräfte für den Einsatz im Mittleren Osten entlasten. Außerdem ist die Bundesmarine ins Mittelmeer nachgerückt, von wo die US-Marine Schiffe ins Krisengebiet abgezogen hat.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) wollte die entsprechenden Presseberichte nicht kommentieren. Bei seiner Ankunft zu den Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg sagte Fischer: "Ich weiß nicht, welchen Sinn das macht, vertrauliche Unterrichtungen zu machen, wenn das anschließend in der Presse breitgetreten wird."

Quelle: ntv.de