Politik
Mittwoch, 02. Januar 2008

Konflikt in Sri Lanka: Waffenstillstand beendet

In Sri Lanka hat die Regierung den seit 2002 bestehenden Waffenstillstand mit den tamilischen Rebellen offiziell für beendet erklärt. Der Schritt würde dem Militär erlauben, nun ohne Einschränkungen die von den Aufständischen besetzten Gebiete im Norden des Landes zurückzuerobern. "Die Regierung hat entschieden, von dem Waffenstillstand Abstand zu nehmen", erklärte ein ranghoher Mitarbeiter der Regierung. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) sei darüber in Kenntnis gesetzt worden.

Die Entwicklung hatte sich seit langem abgezeichnet, da die Kämpfe zwischen beiden Seiten seit Anfang 2006 wieder heftiger geworden waren. Im Dezember hatte Präsident Mahinda Rakapaska erklärt, seine Geduld und Toleranz hätten bald ein Ende. Nach Einschätzung von Beobachtern zeichnet sich weiterhin nicht ab, dass eine der beiden Seiten in naher Zukunft als Sieger aus dem Konflikt hervorgeht.

Die Rebellen kämpfen für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden und Osten Sri Lankas. Seit Ausbruch des Konflikts in dem südostasiatischen Land vor rund 25 Jahren sind dabei mehr als 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende leben in Flüchtlingslagern. Ende November hatte Rebellenchef Velupillai Prabhakaran der internationalen Gemeinschaft vorgeworfen, die Regierung zu unterstützen. Er habe keine Hoffnung mehr darauf, den Bürgerkrieg innerhalb des Staates Sri Lanka politisch lösen zu können, hatte er erklärt.

Die LTTE haben der Regierung wiederholt vorgeworfen, gezielt tamilische Zivilisten zu töten. Das Militär weist dies zurück und wirft den Aufständischen vor, Bewohner als menschliche Schutzschilde zu benutzen.

Der Regierungsentscheidung vorausgegangen war ein Bombenanschlag in Sri Lankas Hauptstadt Colombo, bei dem mindestens fünf Menschen getötet wurden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 28 weitere Menschen verletzt, als ein Sprengsatz unweit des Hauptquartiers der Luftwaffe Sri Lankas explodierte. Ziel des Anschlags war nach ersten Erkenntnissen ein Bus mit Militärangehörigen. Unter den Opfern seien Soldaten und Zivilisten, hieß es.

Quelle: n-tv.de