Politik

Weichenstellung für EU-Beitritt Wahlen in Nordzypern

Fünf Monate vor dem EU-Beitritt Zyperns ist am Sonntag im türkisch kontrollierten Norden der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel ein neues Parlament gewählt worden.

Die auch in Ankara, Athen und Brüssel mit Spannung erwartete Entscheidung der rund 140.000 Wahlberechtigten galt als "Referendum" für oder gegen eine Wiedervereinigung auf der Grundlage eines UN-Plans, mit dem Generalsekretär Kofi Annan am Widerstand des türkisch-zyprischen Volksgruppenführers Rauf Denktasch gescheitert war.

Zur Stunde werden die Stimmen ausgezählt. Das vorläufige Wahlergebnis soll in der Nacht zum Montag bekannt gegeben werden.

Die Opposition hat im Fall eines Wahlsiegs angekündigt, sie werde Denktasch als Verhandlungsführer ablösen und neue Gespräche über eine Vereinigung beginnen, damit die gesamte Insel am 1. Mai 2004 in die EU aufgenommen werden kann. Ohne eine Wiedervereinigung würde das EU-Regelwerk zunächst nur im griechischen Süden Zyperns gelten.

Es wird erwartet, dass auch die Türkei, die den Norden der Insel 1974 nach einem griechischen Putsch besetzt hatte, einen Anlauf zur Lösung des Konflikts unternehmen wird, um die eigene EU-Perspektive nicht zu gefährden.

Die Staats- und Regierungschefs der EU betonten am Wochenende beim Gipfeltreffen in Brüssel, eine Einigung in Zypern würde den EU-Beitrittsbestrebungen der Türkei "sehr förderlich" sein.

Über den Beginn von Aufnahmeverhandlungen mit Ankara soll Ende 2004 entschieden werden.

Quelle: ntv.de