Politik

Blutbad im Irak Wahllos Schiiten getötet

Extremisten haben in der Nacht zum Freitag in der irakischen Kleinstadt Nahrawan mindestens 25 Schiiten getötet. Augenzeugen berichteten, rund 50 Bewaffnete seien in das Elektrizitätswerk der Stadt eingedrungen und hätten dort neun Wächter getötet. Die mit Schusswaffen, Handgranaten und Panzerfäusten bewaffneten Männer seien anschließend weiter durch die 35 Kilometer südöstlich von Bagdad gelegene Stadt gezogen und hätten in einem Industriegebiet wahllos Menschen erschossen.

Die Augenzeugen sprachen von "Dutzenden Toten" und erklärten, die Leichen seien erst am Morgen gefunden worden, da sich in der Dunkelheit niemand vor die Tür gewagt habe. Der Nachrichtensender Al-Arabija sprach von 25 Todesopfern.

Ein Sprecher des Innenministeriums räumte im Gespräch mit dem Sender ein, die Region Nahrawan sei nicht vollständig unter Kontrolle der staatlichen Sicherheitskräfte. In Bagdad galt erneut ein Fahrverbot, um nach den Freitagsgebeten weiterer Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten vorzubeugen.

Südlich von Kirkuk fand die Polizei die Leichen von zwei Polizisten, die am Donnerstag entführt worden waren. Wie die Polizei in der nordirakischen Stadt weiter mitteilte, wurde ein Soldat bei einer Hochzeitsfeier in Kirkuk von Extremisten erschossen.

El-Kaida-Leute unter Festgenommenen

Die US-Armee hat im Westirak nach eigenen Angaben mehrere El-Kaida-Terroristen festgenommen. Das Militärkommando in Bagdad erklärte am Freitag, bei Verhören habe sich herausgestellt, dass unter den 61 Verdächtigen, die von den US-Truppen am vergangenen Montag in der Nähe von Falludscha gefangen genommen worden seien, mehrere zentrale Figuren der Terrorgruppe von Abu Mussab al-Sarkawi seien.

In Falludscha hatten mehrere bedeutende Stammesführer in den vergangenen Tagen erklärt, die jüngste Welle der Gewalt zwischen arabischen Schiiten und Sunniten im Irak habe gezeigt, dass es die falsche Strategie gewesen sei, Gruppen wie El Kaida zu unterstützen, da dies letztlich die ausländische Besatzung verlängere.

Quelle: n-tv.de

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