Politik

"Integration nicht erschweren" Wanka will weniger Migranten pro Klasse

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In den Klassen sollte für eine bessere Integration vor allem Deutsch gesprochen werden, glaubt Wanka.

(Foto: picture alliance / dpa)

Einen zu hohen Anteil von Migranten in deutschen Schulklassen macht Bildungsministerin Wanka als Integrations-Hindernis aus. Sie macht sich für ein ausgewogeneres Verhältnis zu Nicht-Migranten stark. An Migrationsfamilien stellt sie ebenfalls eine Forderung.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat sich dafür ausgesprochen, mit Blick auf eine erfolgreiche Integration in Schulklassen den Migrantenanteil zu begrenzen. "Ich bin gegen eine starre Quote, denn die regionalen Unterschiede sind groß", sagte die CDU-Ministerin dem "Focus". "Klar ist aber, dass der Anteil von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund möglichst ausgewogen sein muss."

Es dürfe keine Klassen geben, in denen der hohe Migrantenanteil dazu führe, "dass die Schüler untereinander vorwiegend in ihrer Muttersprache sprechen und damit eine Integration erschwert wird", appellierte die Ministerin an die Bundesländer.

Wanka forderte die Eltern in Migrationsfamilien zudem auf, zu Hause mehr Deutsch zu sprechen: "63 Prozent der vier- und fünfjährigen Kita-Kinder mit Migrationshintergrund sprechen zu Hause nicht Deutsch." Das sei kein kleines Problem, "sondern eines, das Auswirkungen auf spätere Leistungen in allen Fächern und damit auf die Chance zur Teilhabe und die Integration hat", sagte sie.

Millionen für Migrations-Forschung

Gleichzeitig warnte Wanke in der Debatte um Einschränkungen beim Doppelpass in Deutschland vor voreiligen Schritten. Aus dem Abstimmungsverhalten von Türken in Deutschland beim Verfassungsreferendum solle man keine unüberlegten Entscheidungen ableiten, sagte Wanka dem "Focus". "Manche sind schnell dabei und sagen: 'Seht ihr, die folgen Erdogan, der Doppelpass fördert das.'"

Sie wünsche sich aber vielmehr "belastbare Aussagen, ob der Doppelpass wirklich die Integration behindert", sagte Wanka. Die Ministerin verwies auf wissenschaftliche Erhebungen, die eine Entscheidungshilfe für die Politik sein könnten: "Wir haben ein Forschungsprogramm für 18 Millionen Euro zum Thema Migration und Integration aufgelegt." Sie würde sich freuen, wenn dabei auch Antworten kämen auf die offenen Fragen zu Migranten aus der Türkei - in der ersten, zweiten oder dritten Generation.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP