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Hintergrund Was ist Meningitis

Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Jeder kann an einer Meningitis erkranken; sie entwickelt sich innerhalb von Stunden. Die wesentlichen Beschwerden sind Nackensteifigkeit (Meningismus) und Fieber.

Bakterien oder Viren sind die Verursacher der Meningitis. Die bakterielle Meningitis ist eine gefährliche Krankheit, besonders wenn sie von Meningokokken herrührt. Die Behandlung muss sofort erfolgen. Dabei werden Antibiotika als Infusion direkt in die Venen gegeben.

Trotz bestmöglicher Behandlung sterben nach wie vor einige Patienten an dieser Krankheit oder sie erleiden bleibende Schäden (5 bis 15 Prozent).

Eine Hirnhautentzündung, die durch Viren verursacht wird, ist hingegen meist weniger gefährlich. Häufig geht sie von selbst vorbei.

Es ist nicht geklärt, warum völlig gesunde Menschen plötzlich eine bakterielle Meningitis bekommen. Die Meningokokken-Bakterien leben bei einigen Menschen in der Nase. Dort richten sie aber keinen Schaden an. Wenn eine Verbindung zwischen Nase und Hirnhäuten besteht, dann ist das Meningitis-Risiko bei diesen Personen natürlich höher. Eine solche Verbindung kann zum Beispiel bei einem Schädelbruch auftreten. Zusätzlich zur Behandlung eines Schädelbruchs gibt der Arzt daher immer Antibiotika.

Eine virale Hirnhautentzündung wird oft in Verbindung mit einer anderen Viruserkrankung beobachtet. Beispielsweise haben 40 Prozent der Mumpspatienten eine virale Meningitis.

Die Nackensteifigkeit (Meningismus) ist das wichtigste Zeichen. Allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, hohes Fieber, Erbrechen und Lichtscheu können auftreten. Benommenheit bis hin zum Koma. Je kleiner die Kinder, desto weniger ausgeprägt können die Krankheitszeichen sein. Hier stehen häufig Bauchschmerzen im Vordergrund, manchmal auch Krampfanfälle.

Bei Meningokokken-Meningitis können kleine Blutungen in der Haut auftreten. Diese werden Petechien genannt. Die Hautblutungen sind ein Zeichen dafür, dass die Bakterien in die Blutbahn gelangt sind. Dieser Zustand ist äußerst ernst und muss sofort von einem Arzt mit Antibiotika behandelt werden.

Selbsthilfe ist bei Hirnhautentzündung nicht möglich. Hat ein Kind oder ein Erwachsener hohes Fieber, Nackensteifigkeit und einen beeinträchtigten Allgemeinzustand, dann sollte man umgehend den Notruf unter der Telefonnummer 112 alarmieren.

Bei Verdacht auf Hirnhautentzündung veranlasst der Arzt eine Lumbalpunktion. Bei der Lumbalpunktion wird in Höhe der Lendenwirbel aus dem Rückenmarkkanal Gehirnflüssigkeit (Liquor) entnommen, um sie auf Infektionszeichen und Krankheitserreger zu untersuchen. Außerdem wird der Arzt eine Blutprobe entnehmen, die auch auf Bakterien untersucht wird.

Die bakterielle Meningitis wird mit Antibiotika behandelt, die direkt in die Venen gespritzt werden. Welches Antibiotikum benutzt wird, hängt davon ab, welche Bakterien die Hirnhautentzündung ausgelöst haben. Wenn es sich um Meningokokken oder Pneumokokken handelt, wird Penicillin gewählt. Reagiert der Patient allergisch auf Penicillin, erhälte er ein anderes wirksames Antibiotikum. Zu Beginn wird oft mit einem Breitband-Antibiotikum behandelt, bis der Krankheitserreger bekannt ist. Bei bakterieller Meningitis müssen auch die Familienangehörigen vorbeugend Antibiotika nehmen. Diese Behandlung gibt nur einen momentanen Schutz.

Die Meningokokken sind ein normaler Bestandteil des Nasenrachenraumes und kehren als solche schnell wieder zurück. Die virale Meningitis ist weniger gefährlich und kann nur symptomatisch behandelt werden. Es ist jedoch wichtig, den Erkrankten zu beobachten. Dadurch kann sichergestellt werden, dass es sich nicht um eine bakterielle Meningitis handelt.

Quelle: n-tv.de