Politik

Vermoderte Kasernen Wehrbeauftragter klagt

Der Zustand vieler Kasernen in Westdeutschland ist mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, laut "Bild"-Zeitung in seinem neuen Jahresbericht, den er an diesem Dienstag in Berlin vorlegen wird. Viele Gebäude seien überbelegt und renovierungsbedürftig, hieß es.

Die stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Birgit Homburger forderte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) auf, die Missstände schnellstmöglich zu beseitigen. Auch der Vorsitzende der Soldatengewerkschaft Bundeswehrverband, Bernhard Gertz, sagte, bei ihm häuften sich die Hinweise auf untragbare Zustände.

Homburger sagte, für die in den Kasernen arbeitenden und wohnenden Soldaten seien die Unterkünfte häufig eine Zumutung. Dringend nötige Renovierungen würden zurückgestellt, um etwa "fragwürdige Rüstungsgroßprojekte" oder Auslandseinsätze zu finanzieren. Die Kosten für neue Auslandseinsätze müssten aus dem allgemeinen Haushalt beglichen werden, forderte die FDP. "Wer gutes Personal für eine einsatzfähige, motivierte Bundeswehr will, muss auch für Bedingungen sorgen, den Beruf des Soldaten attraktiv zu gestalten", sagte Homburger. Dazu gehöre neben dem Sold auch der Zustand der Kasernen.

Gertz sagte der "Bild"-Zeitung: "Bei mir häufen sich die Hinweise von Kommandeuren aus den alten Ländern, dass die Zustände ihrer Kasernen nicht mehr tragbar sind. Ich teile die Beobachtungen des Wehrbeauftragten: Hier besteht erheblicher Investitionsbedarf." Durch die Zusammenlegung von Truppen seien die Kasernen zu voll, und seit der Einheit habe die Bundeswehr vor allem im Osten investiert.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen