Politik

Thema: Gauland und Höcke Weidel verlässt TV-Runde vorzeitig

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v.l.n.r.: Katja Suding (FDP, Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), Alice Weidel (AfD), Jürgen Trittin (Grüne), Andreas Scheuer (CSU), Katja Kipping (Linke) und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Sieben Politiker diskutieren im ZDF über Themen, die die Deutschen vor der Wahl beschäftigen. Vor allem CSU-Generalsekretär Scheuer und AfD-Spitzenkandidatin Weidel beharken sich.

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat die ZDF-Wahlsendung "Wie geht's, Deutschland?" vorzeitig verlassen. Auslöser war die Forderung von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, sich vom Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke zu distanzieren.

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Weidel blieb nicht bis zum Ende der Wahlsendung.

(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)

Gauland habe Höcke als Seele der AfD bezeichnet, sagte Scheuer. "Für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler." Weidel verließ daraufhin wortlos ihren Platz am Stehpult der Gesprächsrunde mit insgesamt sieben Politikern.

Für die Zuschauer und Moderatorin Marietta Slomka kam der Abtritt überraschend. "Gehen Sie jetzt?", fragte Slomka und erntete ein Nicken.

Eklat nur Inszenierung

Der Medienwissenschaftlers Jo Groebel vermutet hinter dem abrupten Abgang eine reine wahltaktische Inszenierung. Es sei im Wahlkampf ein "naheliegendes Mittel, Aufmerksamkeit, Schlagzeilen, Emotionen und gegebenenfalls auch die Bestätigung von Opferrolle und 'Ausgrenzung' durch die 'Etablierten' zu bekommen", sagte Groebel. "Das polarisiert und festigt die eigenen Reihen und Anhänger."

Nach der Sendung kritisierten Weidel und Gauland Slomka. Sie habe sich "als parteiisch und vollkommen unprofessionell geoutet", hieß es in einer Pressemitteilung. "Sie hat sich mit der frechen Intoleranz und der plumpen Argumentation von SPD und Grünen gemein gemacht. Das ist eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig."

Sie fügten hinzu: "Frau Slomka sollte ihre persönlichen Animositäten nicht in den eigenen Sendungen ausleben. Ein weiterer Grund, die Zahlung des Rundfunkbeitrages zu verweigern."

Die Erregungskurve war während der Sendung bereits in der unmittelbar vorausgehenden Diskussion zur Flüchtlingspolitik gestiegen. Scheuer hatte gesagt: "Es ist für mich gelingende Integration, wenn Sprache und Eigenengagement passen." Weidel hielt ihm darauf hin vor: "Also soll illegale Einwanderung legalisiert werden." Scheuer reagierte mit dem Konter auf Gauland und Höcke. Weidel ist allerdings seit langem für einen Parteiausschluss Höckes.

Weitere Gäste der Sendung waren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Justizminister Heiko Maas, Linken-Chefin Katja Kipping, FDP-Vize Katja Suding und der Grünen-Politiker Jürgen Trittin.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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