Politik

Kiep-Million Wieder Kritik an Merkel

Erneut ist die CDU-Vorsitzende Angela Merkel wegen des Umgangs der Parteiführung mit der so genannten Kiep-Million kritisiert worden. In der "Bild"-Zeitung hinterfragten Unionspolitiker offen ihre Eignung als Kanzler-Kandidatin.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach sagte: "Ich halte Edmund Stoiber für die geeignetere Persönlichkeit. Seine Erfahrung und Führungskompetenz sind unbestritten." Wilhelm-Josef Sebastian, Wortführer der so genannten "Gruppe 94" in der Unionsfraktion, zeigte sich enttäuscht über Merkels Verhalten in der Spendenaffäre. "So habe ich mir den Neuanfang nicht vorgestellt", sage er.

Auch in der CSU gebe es erhebliche Missstimmung über den Umgang der CDU-Führung mit der von Kiep überwiesenen Million, so die "Bild" weiter. Im Umfeld des CSU-Vorsitzenden Stoiber halte man das Vorgehen der CDU-Chefin Merkel für "katastrophal", schreibt die Zeitung unter Berufung auf Vertraute Stoibers in München.

Unterdessen hat sich Stoiber während seiner Nahost-Reise von dem "Bild"-Artikel distanziert. "Diese Umgebung kenne ich nicht", sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Jerusalem. "Was ich gestern gesagt habe, gilt auch heute". Er stehe in der CDU-Spendenaffäre weiter hinter Merkel. Auch eine Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union lehnte Stoiber ab. "Das ist kein Thema. Das wird bis zum Frühjahr 2002 kein Thema sein", meinte er.

In Hinblick auf die Vorwürfe gegen Merkel, sie habe Kenntnisse im Zusammenhang mit der Kiep-Million verschwiegen, erklärte Friedrich Merz: "Es ist mit Sicherheit kein Versuch unternommen worden, irgendetwas zu verheimlichen oder zu vertuschen", sagte Merz dem "Münchner Merkur" (Donnerstagsausgabe).

Am Donnerstag kommt der CDU-Bundesvorstand zu einer Krisensitzung unter anderem wegen der Spendenaffäre zusammen.

Quelle: n-tv.de