Politik

Al-Masri offenbar nicht tot "Wir glauben, dass er noch lebt"

Das US-Militär und die irakische Regierung haben Berichte über die Tötung des irakischen El-Kaida-Chefs Abu Ajjub al-Masri dementiert. "Wir glauben, dass er noch lebt", sagte ein Sprecher der US-Armee. Endgültige Sicherheit sollten DNA-Tests bringen.

Zuvor hatten mehrere irakische Politiker erklärt, Al-Masri und einige seiner Gefolgsleute seien in den vergangenen Tagen bei einem Luftangriff getötet worden. Dessen Vorgänger Abu Mussab al-Sarkaui war im Juni bei einem US-Bombardement ums Leben gekommen. Am Nachmittag kam US-Außenministerin Condoleezza Rice zu einem unangekündigten Besuch im Irak an.

Der irakische Abgeordnete Hassan al-Senaid, der dem Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki nahe steht, hatte erklärt, Al-Masri sei bei einem US-Angriff in Haditha im Westen des Landes getötet worden. Aus Kreisen des Büros des Ministerpräsidenten war dies ebenfalls verlautet.

"Es gab vor kurzer Zeit einen Angriff, bei dem wir dachten, dass er unter den Getöteten sein könnte", sagte der US-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber jetzt glauben wir, dass das höchst unwahrscheinlich ist." Der irakische Regierungssprecher Ali al-Dabbagh sagte ebenfalls, bei dem Toten handle es sich nicht um Al-Masri. Weitere Einzelheiten über den Angriff wurden nicht bekannt.

Der Ägypter Al-Masri ist auch unter dem Namen Abu Hamsa al-Muhadschir bekannt. Den USA zufolge sind die Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten inzwischen für mehr Tote unter der Zivilbevölkerung verantwortlich als die Anschläge der Terrorgruppe "El Kaida im Zweistromland". Der Konflikt zwischen den Religionsgruppen hat das Land an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht.

Irakische Regierungsvertreter berichteten, Rice werde vermutlich Gespräche mit hochrangigen Mitgliedern der Regierung wie Al-Maliki führen. Sie hatte als Teil einer Nahost-Reise zuvor Israel, die Palästinenser-Gebiete, Ägypten und Saudi-Arabien besucht. Die irakische Regierung steht unter Druck insbesondere der USA, Fortschritte im Kampf gegen die anhaltende Gewalt vorzuweisen. Der Irak-Krieg ist zudem eines der wichtigsten Themen im US-Wahlkampf vor den Kongresswahlen im November geworden. Die Republikaner von US- Präsident George W. Bush kämpfen um ihre Mehrheit in beiden Kammern.

Quelle: ntv.de