Politik

Bundesanwaltschaft dementiert nicht Wolfsburger Dschihadist plant Gewalttat

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Im Irak soll der Verdächtige bereits für den IS gekämpft haben - hier präsentieren irakische Kräfte eine eroberte Fahne der Organisation.

(Foto: REUTERS)

Derzeit haben Ermittler in Niedersachsen einen Wolfsburger Kämpfer des IS im Visier. Er soll Teil einer Terrorzelle sein und eine "staatsgefährdende Gewalttat" planen. Die Region sei ein "besonderer Schwerpunkt", sagt der Verfassungsschutz.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt einem Bericht zufolge gegen einen Dschihadisten aus Wolfsburg wegen der Vorbereitung einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat". Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, wird dem Mann vorgeworfen, Anschläge in Deutschland zu planen. Er soll in einem Lager der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) an der Waffe ausgebildet worden sein und bereits in der westirakischen Region Anbar gekämpft haben. Die Karlsruher Behörde wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren: "Wir äußern uns in solchen Fällen grundsätzlich nicht", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Der "Ayoub B." genannte Dschihadist soll zu einer Wolfsburger Zelle von rund 50 Verdächtigen gehören, die mit dem IS sympathisieren. Der Zeitung zufolge kämpfen derzeit fünf Mitglieder der Zelle im Irak und in Syrien. Zwei Kämpfer kehrten demnach bereits zurück, einer von ihnen wurde festgenommen. Der andere ist der genannte "Ayoub B."

Der Terrorexperte Peter Neumann vom King's College an der Universität von London sagte der "Bild"-Zeitung, die Wolfsburger Zelle sei neben der Gruppe im nordrhein-westfälischen Dinslaken die "größte bekannte Häufung von Syrien-Kämpfern". Wolfsburg sei damit ein wichtiges Zentrum für den IS. Gefährlich seien nicht nur die Rückkehrer, sondern auch die Unterstützer, sagte Neumann.

Ein Sprecher des niedersächsischen Verfassungsschutzes sagte, derzeit seien der Behörde 40 Menschen aus Niedersachsen bekannt, die "in Richtung Syrien ausgereist sind", um sich an Kämpfen zu beteiligen. Als "besonderer Schwerpunkt" habe sich in Niedersachsen die Region Wolfsburg/Braunschweig herauskristallisiert, sagte der Sprecher.

Die Präsidentin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Maren Brandenburger, verwies aber darauf, dass ihrer Behörde "keine konkreten Hinweise auf Anschlagsgefahren" in Deutschland vorlägen. "Von daher müssen wir jetzt keine konkrete Angst haben", sagte sie. Aktivitäten von Salafisten in Wolfsburg seien seit langem bekannt und würden vom Verfassungsschutz beobachtet.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass auf Grundlage von Paragraf 89a bereits ermittelt werden kann, wenn sich ein Verdächtiger im Ausland an Waffen ausbilden ließ.

Quelle: ntv.de, rpe/AFP