Politik

Bürger vereint gegen Neonazis Wunsiedel ist bunt, nicht braun

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Wunsiedel setzt auf bunte Friedensfahnen.

(Foto: dpa)

Seit dem Tod des Hitler-Stellvertreters Heß im Jahr 1987 ist Wunsiedel Schauplatz von Aufmärschen rechtsextremer Gruppen. Doch die fränkische Stadt nimmt das nicht hin.

Mindestes 500 Menschen haben gegen einen Neonazi-Aufmarsch im oberfränkischen Wunsiedel demonstriert. In der Stadt, in der Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß begraben ist, hatten sich rund 150 Neonazis zu einem Gedenkmarsch für den im Vorjahr gestorbenen NPD-Bundesvize Jürgen Rieger versammelt.

Nach Angaben der Polizei wurden im Vorfeld der Versammlungen vier Personen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz vorläufig festgenommen. Drei von ihnen trugen Messer bei sich, einer ein Abwehrspray. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht. "Die Lage ist ruhig und entspannt", sagte Polizeisprecher Robin Buß. Die Beamten waren mit mehreren Hundertschaften in Wunsiedel präsent.

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Eindeutiges Bekenntnis am Rathaus der oberfränkischen Stadt.

(Foto: dpa)

Zu den Protestaktionen gegen die Neonazis hatte das Bündnis "Wunsiedel ist bunt, nicht braun" aufgerufen. Ihm gehören alle demokratischen Parteien, die Kirchen, Gewerkschaften, Jugendorganisationen und Vereine an.

Zur Erinnerung an die 30 Opfer zweier Todesmärsche in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges und der knapp 150 Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit 1990 schritten die Nazi-Gegner einen Teil des Weges dieser Todesmärsche ab. Bei einer Kundgebung riefen Redner dazu auf, dumpfen, rassistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Parolen der NPD entschieden entgegenzutreten. SPD-Landeschef Florian Pronold forderte Rahmenbedingungen, die es Parteien wie der NPD unmöglich machen, Jugendliche zu rekrutieren.

Im Vorjahr waren noch rund 850 Rechtsradikale dem Aufruf zu einem Gedenkmarsch für Rieger gefolgt.

Quelle: n-tv.de, dpa