Politik

Sicherheit durch Gaspistolen? Zahl der Waffenschein-Inhaber nimmt zu

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Kritiker warnen vor einer "trügerischen Sicherheit" durch Schreckschusswaffen.

(Foto: imago/Karina Hessland)

Das Mitführen einer Schreckschusswaffe soll dem Besitzer ein Gefühl von Sicherheit verschaffen. Immer mehr Menschen beantragen den dafür benötigten Waffenschein. Die Zahl der Scheininhaber wächst deutlich.

Immer mehr Menschen in Deutschland dürfen verdeckt Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen tragen. Die Zahl der sogenannten Kleinen Waffenscheine, die dazu berechtigen, stieg von Ende Januar 2018 bis Ende Januar 2019 von 565.000 auf knapp 620.000, wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen berichtet. Das entspricht einem Zuwachs von knapp zehn Prozent.

Ende 2014 waren erst knapp 262.500 solcher Erlaubnisse registriert worden. Als möglicher Grund für das gestiegene Interesse an den Berechtigungen gilt die Angst vor vermeintlich gestiegener Flüchtlingskriminalität. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Irene Mihalic, forderte im "Tagesspiegel", dass die Bundesregierung für die Besitzer eine verpflichtende jährliche Meldung des aktuellen privaten Waffenbesitzes einführen sollte.

Wer einen kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt führen, aber nur im Notfall damit schießen. Voraussetzung für die Erteilung ist, dass der Bewerber volljährig ist sowie persönlich geeignet und zuverlässig erscheint. Scharfe Waffen sind in Deutschland nicht ohne Weiteres zugänglich.

Dennoch würden auch Schreckschusswaffen eine "trügerische Sicherheit" bewirken, wie Oliver Malchow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei erklärte. "Solche Waffen suggerieren auch höhere Verteidigungsbereitschaft", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Genau das könne eine Lage eskalieren lassen "und den Nutzer möglicherweise selbst zum Straftäter machen".

Quelle: ntv.de, mba/AFP