Politik

Gegen rechte Gewalt Zehntausend gehen in Cottbus auf die Straße

Nach den rassistischen Übergriffen Anfang Januar haben in Cottbus etwa zehntausend Menschen gegen fremdenfeindliche Gewalt demonstriert. Zuvor hatte Generalsuperintendent Rolf Wischnath in der Cottbuser Nikolaikirche dazu aufgerufen, nicht die Augen vor öffentlich geschehenen Gewalttaten zu verschließen.

Mit der Mahnandacht sowie mit der anschließenden Demonstration sollte ein Zeichen gegen die jüngsten rechtsextremistischen Übergriffe in der brandenburgischen Stadt gesetzt werden.

An dem Mahngottesdienst nahm auch Ministerpräsident Manfred Stolpe teil. Der Demonstrationszug führte von der Nikolaikirche zu einer Gedenktafel für die 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge.

Zu Gottesdienst und Demonstration hatten das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, die evangelische Kirche und die Initiative Cottbuser Aufbruch aufgerufen. Unterstützt wird der Aufruf außerdem von Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer, dem CDU-Oberbürgermeister von Cottbus, Waldemar Kleinschmidt, von SPD, PDS und dem Landkreis Spree-Neiße.

Anlass der Veranstaltungen sind Morddrohungen gegen ein jüdisches Ehepaar und Angriffe auf fünf Menschen zu Beginn des Jahres. Zudem soll die Bevölkerung zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit mobilisiert werden.

Mit dem Problem rechter Gewalt in Cottbus wird sich am Dienstag auch der Innenausschuss des brandenburgischen Landtags in einer nichtöffentlichen Sitzung befassen. Stolpe verwies während der Kundgebung auf eine Bundesratsinitiative seiner Landesregierung, um "Nazi-Täter künftig schneller in Haft zu nehmen und schärfer zu bestrafen".

Quelle: n-tv.de

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