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Skepsis nach Rekordzuwanderung Zuwanderung nur im Westen willkommen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland hat allein in den beiden vergangenen Jahren mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Dabei bescheinigen sich die Bürger, die Menschen willkommen zu heißen. Doch eine Studie macht Warnsignale aus - und Ost-West-Unterschiede.

Die hohe Zahl an aufgenommenen Flüchtlingen in den vergangenen Jahren hat die Skepsis gegenüber Migration verstärkt. Dennoch sei Deutschland eine "selbstbewusste Einwanderungsgesellschaft mit einer ausgeprägten Willkommenskultur", heißt es in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Allerdings sind inzwischen 54 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass das Land seine Belastungsgrenze erreicht hat. Vor zwei Jahren waren nur 40 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Angesichts der Rekordzuwanderung in den vergangenen Jahren sei es "nicht selbstverständlich, dass sich die bisherige Willkommenskultur auch in den nächsten Jahren noch als robust erweist". Zumal ausländerkritische Einstellungen besser politisch organisiert sind.

So ist der Anteil derer, die für eine Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus humanitären Gründen plädierte, deutlich von 51 auf 37 Prozent zurückgegangen - vor allem bei Älteren. "Die Warnsignale sind ernst zu nehmen", heißt es weiter. Ungeachtet dessen sind aber noch immer sechs von zehn Deutschen der Ansicht, dass Flüchtlinge von der Bevölkerung willkommen geheißen würden.

Großes Ost-West-Gefälle

Verfestigt hat sich im Vergleich zur Umfrage 2015 das Ost-West-Gefälle bei der Offenheit gegenüber Einwanderern und Flüchtlingen. So meine lediglich jeder Dritte in den neuen Bundesländern, dass die Bevölkerung die Flüchtlinge willkommen heiße. Deutlich ausgeglichener ist indes die Einschätzung, dass die öffentlichen Stellen aufgeschlossen gegenüber Einwanderern und Flüchtlingen seien.

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Mit Blick auf die EU plädiert eine Mehrheit von 80 Prozent der Befragten für eine faire Lastenverteilung innerhalb der EU. Zugleich spricht sich eine überwältigende Mehrheit dafür aus, Flüchtlinge rasch in Lohn und Brot zu bekommen.

Im Themenbereich Integration sind weiterhin beinahe alle Befragten der Ansicht, dass Einwanderer sich aktiv um das Erlernen der Sprache kümmern müssen. Denn mangelnde Sprachkenntnisse werden noch immer als das Haupthindernis bei der Integration angesehen. Ebenso groß ist die Forderung nach der Anerkennung des Grundgesetzes. Hier stieg der Anteil derer, die diese Sicht teilen, um sieben Punkte auf 98 Prozent. 87 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass Einwanderer Kontakte zu Deutschen haben sollten und sich der Kultur anpassen müssten.

Für die Erhebung sind den Angaben zufolge im Januar bundesweit 2014 Bürger befragt worden. Es ist die dritte derartige Untersuchung seit 2011.

Quelle: n-tv.de, jwu

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