Politik

Amtsenthebung möglich Zweifel an Ahmadinedschad

Zwar hat der iranische Präsident Ahmadinedschad gerade den Eid für seine zweite Amtszeit abgelegt, schon regen sich Zweifel: Ein iranisch-amerikanischer Autor bezweifelt, dass er die vierjährige Regierungszeit durchhält.

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Irans Präsident Ahmadinedschad kann sich der Unterstützung durch die konservative Mehrheit nicht sicher sein.

(Foto: dpa)

Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad seine Amtszeit nicht zu Ende bringen wird. "Denkbar ist, dass Ahmadinedschad vom Revolutionsführer Ali Chamenei fallen gelassen wird", sagte der iranisch-amerikanische Autor Hooman Majd der "Berliner Zeitung".

Der in New York lebende Majd hält es auch für denkbar, dass die konservative Mehrheit im Parlament eine Amtsenthebung einleitet, weil sie mit ihm nicht mehr zufrieden ist. "Zwar werde Ahmadinedschad von mächtigen Leuten aus der Revolutionsgarde, des Klerus oder des Geheimdienstes unterstützt. Er ist aber nicht mächtig genug, um über den Bau einer Atombombe entscheiden zu können oder über die Beziehungen zu den USA", sagte Majd.

Ahmadinedschad hatte am Mittwoch von Protesten begleitet den Eid für eine zweite vierjährige Amtszeit abgelegt. Er muss jetzt innerhalb von zwei Wochen dem Parlament sein neues Kabinett zur Billigung vorstellen. Ahmadinedschad war nach der umstrittenen Wahl vom 12. Juni offiziell zum Sieger erklärt worden.

Die Opposition spricht dagegen von Fälschung und erkennt die Wahl nicht an. Bei zum Teil gewaltsam niedergeschlagenen Protesten sind seit dem Urnengang bis zu 30 Menschen getötet worden. Mehr als 1000 wurden festgenommen. Viele von ihnen wurden zwischenzeitlich freigelassen, mehr als 100 müssen sich vor Gericht verantworten.

Quelle: n-tv.de, dpa