Dossier

Die Philippinen Armut trotz Aufbruch

Die Philippinen sind ein Land im Aufbruch. Trotz des seit Jahren anhaltenden Wirtschaftswachstums gibt es in dem südostasiatischen Inselstaat mit seinen 90 Millionen Einwohnern gravierende Probleme.

So klafft die Einkommensschere seit langem weit auseinander. Etwa 30 Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze von umgerechnet 1,50 Euro am Tag. Obwohl der Anteil der Armen und Bitterarmen allmählich zurückgeht, steigt ihre Zahl wegen des raschen Bevölkerungswachstums.

In ländlichen Gebieten ist die Armut deutlich größer als in den Städten. Besonders schlimm ist die Not in muslimischen Gebieten in der südlichen Provinz Mindanao. Hier haben Terroristen ihre Basis, die das Land seit Jahren mit Anschlägen verunsichern.

Die Misere betrifft auch das Bildungswesen. Lehrer werden schlecht bezahlt, Schulbücher und andere Lehrmittel sind Mangelware. Auch die Hochschulen klagen über knappe Budgets. "Selbst Familien der Mittelschicht können ihren Kindern nur unter großen Anstrengungen ein Studium bezahlen", stellt das deutsche Außenministerium fest.

Auf dem Papier ist die Arbeitslosenrate rückläufig. Zu den schätzungsweise 7,9 Prozent Arbeitslosen des Jahres 2006 kommen drei Mal so viele Menschen, die nur gelegentlich einen Job haben. Auf der Suche nach Arbeit verlassen jedes Jahr etwa eine Million Philippiner ihre Heimat. Über acht Millionen leben derzeit als Gastarbeiter im Ausland. Die von ihnen jährlich nach Hause überwiesenen zwölf bis 15 Milliarden Dollar kommen nicht nur den Angehörigen, sondern auch der philippinischen Wirtschaft zugute.

Quelle: n-tv.de