Dossier

Eigene Stiftung gegründet Henry kämpft gegen Rassismus

Thierry Henry will den Kampf gegen Rassismus nicht nur den Fußball-Verbänden überlassen, sondern will selbst tätig werden. Der dunkelhäutige Ausnahmestürmer vom 13-maligen englischen Meister FC Arsenal, der schon mehrfach zum Opfer von Rassisten wurde, hat in London eine Stiftung gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit gegründet.

"THe One 4 All Foundation", die von Henrys Initialen sowie seiner Rückennummer bei seinem Klub (14) geprägt ist und übersetzt "einer für alle" bedeutet, unterstützt Projekte im Bereich des Sports sowie der Bildung von Jugendlichen in Europa und Afrika. "Man muss die Leute aufklären und bilden. Das ist sehr schwierig, deshalb mache ich es mit Kindern, weil sie noch lernen können. Sie sind meine Zielgruppe", sagte der Franzose bei der Vorstellung seiner Stiftung.

Im sozialen Brennpunkt gelebt

Dabei weiß Henry, wovon er spricht. Schließlich stammt der Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000 aus einem der Vororte von Paris, die zu den sozialen Brennpunkten zählen. "Ich kenne mich dort aus und habe nun das Gefühl, dass ich etwas zurückgeben muss. Ich werde in meiner alten Heimat und in Afrika Schulen bauen. Außerdem werde ich den Kindern in London helfen - mit meiner Zeit und finanziell", kündigte der 29-Jährige an.

Die Gelder zur Umsetzung von Henrys Plänen sollen vor allem aus dem Verkauf einer eigens angefertigten Keider-Kollektion kommen, die nächstes Jahr in Kooperation mit einer Textilfirma auf den Markt gebracht wird. "Sicher wird es auch Geld aus meiner eigenen Tasche brauchen. Aber das interessiert mich nicht. Für mich ist diese Stiftung eine Herzensangelegenheit", erklärte der FIFA-Botschafter gegen den Rassismus.

"Die Leute bespuckten mich"

Das Engagement Henrys wird allerdings nicht nur durch seine Herkunft, sondern auch durch seine negativen Erfahrungen begründet. "Der Rassismus ist mir oft in den Stadien Europas begegnet. Ich erinnere mich vor allem an ein Spiel in Valencia im Jahr 2003. Vor einem Eckball warfen die Leute Münzen und Feuerzeuge nach mir, und sie bespuckten mich. Der Schiedsrichter und ich wussten nicht, was wir machen sollten, also haben wir einfach weitergespielt. Aber heute weiß ich, dass es nicht einfach so weitergeht", sagte der Torjäger.

Der entscheidende Auslöser für seinen Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit waren die rassistischen Äußerungen des spanischen Nationaltrainers Luis Aragones im Jahr 2004: "Ich habe damals Aragones geantwortet und gesagt, dass ich die Sache nicht auf sich beruhen lassen werde. Und das habe ich nicht getan."

Alex Griffiths, sid

Quelle: n-tv.de