Dossier

Zuwanderungsrecht Kritikpunkte der türkischen Verbände

Verbände türkischer Migranten sehen sich durch das geänderte Zuwanderungsrecht diskriminiert und fordern eine Änderung.

Zentraler Kritikpunkt sind die neuen Regeln für den Familiennachzug. Nachziehende Ehegatten müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sich auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen können. Darunter wird ein Grundwortschatz von 200 bis 300 Wörtern verstanden. Mit den Beschränkungen will das Gesetz Zwangsheiraten vorbeugen und die Integration erleichtern.

Die türkischen Verbände haben zwar keine Einwände gegen das Sprachenlernen schon im Herkunftsland, lehnen dies als Bedingung aber ab. Da nachziehende Ehegatten aus zahlreichen Ländern wie Australien, Neuseeland, Israel, Japan, Kanada, den USA und anderen diese Voraussetzungen nicht erfüllen müssen, sehen sie darin eine ethnische Diskriminierung türkisch- und arabischstämmiger Migranten.

Ferner kritisieren die Verbände die Sanktionsdrohungen bei Nichtteilnahme an Integrationskursen. Dies kann Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus haben. Anstatt mit Sanktionen zu drohen, sollten jene, die erfolgreich die Kurse absolvieren, früher eine Niederlassungserlaubnis erhalten und schneller eingebürgert werden, fordern dagegen die türkischen Verbände.

Quelle: n-tv.de